Eine Biographie über eine noch lebende Person die nicht hagiographisch ist verbietet der gute Anstand. Trotzdem ist Daniel Deckers eine sehr süffig zu lesende Biographie des Bischofs gelungen, die zugleich eine Geschichte der katholischen Kirche in der 2ten Hälfte des XXten Jahrhunderts ist. Der
Leser erhält Einblicke in das nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen Lehmann, Rahner, Döpfner…mehrEine Biographie über eine noch lebende Person die nicht hagiographisch ist verbietet der gute Anstand. Trotzdem ist Daniel Deckers eine sehr süffig zu lesende Biographie des Bischofs gelungen, die zugleich eine Geschichte der katholischen Kirche in der 2ten Hälfte des XXten Jahrhunderts ist. Der Leser erhält Einblicke in das nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen Lehmann, Rahner, Döpfner ... und überhaupt wie es in der deutschen und römischen theologischen Szene und Episkopat so zugeht. Nichts fehlt: So werden die großen Kontroversen über Hans Küng, die Beratungsscheine und diverse Bischofsernennungen. Das alles ist sehr nett beschrieben so dass nur ein Makel bleibt: So richtig klar wird nicht, wie Kardinal Lehmann zu seinen theologischen Positionen gekommen ist. Der Heideggersche Einfluss allein kann als Erklärung auch nicht herhalten: Trotzdem: Lesenswertes Buch.