Der Autor, Ragnar Helgi Ólafsson, muss die Bibliothek seines Vaters, einst Verleger und selbst Autor, ausräumen und nimmt sich dafür ein Wochenende vor. Sehr schnell wird klar, dass diese Zeitplanung eine Schnapsidee ist. Also entscheidet er sich dafür, zufällig Bücher aufzuschlagen. Er gleitet so in Gedanken und Zitaten nicht nur von Titel zu Titel, sondern jede aufgeklappte Seite bringt ihn zu anderen Fragestellungen:
Hat jedes Buch einen eigenen, einzigartigen Geruch?
Können wir jemals über den Verlust der verbrannten Bibliothek in Alexandria hinwegkommen?
Was haben seltsame regionale Geschichten über Geister, Feen und arme Bauern in Island im 19. Jahrhundert mit dem 21. zu tun?
Wann genau wird die Sonne voraussichtlich ausbrennen?
Und wie können diese Fragen dazu beitragen, unserem Leben und unserer Existenz heute einen Sinn zu geben?
Überraschend, melancholisch, poetisch, persönlich, allgemein, aber auch komisch ist Die Bibliothek meines Vaters eine Erzählung über den Umgang mit Erbe, privatem und literarischem, und der Frage, was wir eigentlich in eine nächste Generation hinüberretten wollen und können. Und wie das überhaupt geht, wenn unsere traditionellen Wurzeln immer mehr von einer globalen Kultur verschluckt zu werden drohen. Dieses Buch ist im besten Sinne des Wortes sinnstiftend.
Hat jedes Buch einen eigenen, einzigartigen Geruch?
Können wir jemals über den Verlust der verbrannten Bibliothek in Alexandria hinwegkommen?
Was haben seltsame regionale Geschichten über Geister, Feen und arme Bauern in Island im 19. Jahrhundert mit dem 21. zu tun?
Wann genau wird die Sonne voraussichtlich ausbrennen?
Und wie können diese Fragen dazu beitragen, unserem Leben und unserer Existenz heute einen Sinn zu geben?
Überraschend, melancholisch, poetisch, persönlich, allgemein, aber auch komisch ist Die Bibliothek meines Vaters eine Erzählung über den Umgang mit Erbe, privatem und literarischem, und der Frage, was wir eigentlich in eine nächste Generation hinüberretten wollen und können. Und wie das überhaupt geht, wenn unsere traditionellen Wurzeln immer mehr von einer globalen Kultur verschluckt zu werden drohen. Dieses Buch ist im besten Sinne des Wortes sinnstiftend.
Perlentaucher-Notiz zur Dlf Kultur-Rezension
Der isländische Autor, Dichter, Grafiker und Vogelretter Ragnar Helgi Ólafsson prophezeit, dass es "das Buch" bald so nicht mehr geben werde - und lässt in seinem neuen Roman zugleich eines entstehen. Rezensent Peter Urban-Halle schildert, wie Ólafsson die Bibliothek seines vor acht Jahren verstorbenen Vaters auflösen soll: rund 4000 Bände und zahllose Kisten mit "volkstümlichen Begebenheiten". Beim Sortieren beginnt er zu lesen: Eine Mischung aus Erzählung, Zitaten aus den Schriften des Vaters, Reflexionen über den Wert von Büchern und Bibliotheken, Überlegungen zur isländischen Schreibwut ("jeder Isländer ist ein Autor") sowie Gedanken zu Erinnerung und Vergessen, ein Thema, das Ólafsson bereits 2020 behandelt hat. Nach etwas wirklich "Besonderem" sucht man in diesen Texten vergeblich, so der Kritiker, das ist aber nicht negativ gemeint: Künstlerisch sind sie unscheinbar; schlichte, ironiefreie Tatsachenberichte - ähnlich den Sagas. Doch gerade diese Nüchternheit macht sie zum Gedächtnis des Volkes: Sie sollen dem Vergessen entgegenwirken und Wissen bewahren.
© Perlentaucher Medien GmbH
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