Frisch verheiratet beginnt das Ehepaar Delius noch in der Hochzeitsnacht einen veritablen Krach, dessen Ursachen ebenso unbedeutend wie vermeidbar waren. In der Folge fassen Braut und Bräutigam jeder für sich den Entschluss, allein zu verreisen, um vorübergehenden Abstand vom Partner zu gewinnen. Doch das will ihnen nicht so recht gelingen. Derweil forcieren die daheimgebliebenen Verwandten der beiden Eheparteien den Konflikt auf juristischem Wege bis zum Äußersten und hintertreiben so die von den Ehepartnern selbst unternommenen Versöhnungsversuche. Mit freundlichem Humor beschreibt Heinrich…mehr
Frisch verheiratet beginnt das Ehepaar Delius noch in der Hochzeitsnacht einen veritablen Krach, dessen Ursachen ebenso unbedeutend wie vermeidbar waren. In der Folge fassen Braut und Bräutigam jeder für sich den Entschluss, allein zu verreisen, um vorübergehenden Abstand vom Partner zu gewinnen. Doch das will ihnen nicht so recht gelingen. Derweil forcieren die daheimgebliebenen Verwandten der beiden Eheparteien den Konflikt auf juristischem Wege bis zum Äußersten und hintertreiben so die von den Ehepartnern selbst unternommenen Versöhnungsversuche. Mit freundlichem Humor beschreibt Heinrich Spoerl wie leicht kleine menschliche Schwächen, ein wenig Trotz und Unnachgiebigkeit, sich nolens volens zu einem vermeintlich unüberbrückbaren Zerwürfnis auswachsen können und wie schwierig der Weg zurück ist. Ganz nebenbei gewährt der Autor seinen Lesern zudem pointierte Einblicke in den frühen Gruppen- und Pauschaltourismus der Vorkriegszeit und karikiert mit Sachverstand eine Zunft, welcher er als Jurist selbst angehört. Letzteres rückt Die Hochzeitsreise in eine Reihe mit Wenn wir alle Engel wären, Der Maulkorb und Der Gasmann aus der Feder Spoerls.
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Autorenporträt
Heinrich Spoerl (1887-1955) war Doktor der Rechtswissenschaften und praktizierender Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Als Literat wurde er einem größeren Publikum erst in den 1930er Jahren mit einer Reihe ebenso humorvoller wie erfolgreicher Romane bekannt. Als Drehbücher für Kinofilme der Vor- und Kriegszeit fanden sie beim Publikum nicht weniger Anklang, z.B. für So ein Flegel (1934), Wenn wir alle Engel wären (1936), Der Maulkorb (1938), Die Scheidungsreise (1938), Der Gasmann (1941), Das andere Ich (1941) und Die Feuerzangenbowle (1944). Daneben schuf Spoerl zahlreiche Kurzgeschichten, heraus-gegeben in zwei Bänden (Man kann ruhig darüber sprechen und Ich vergaß zu sagen). Mit Die weiße Weste (1947) schrieb Spoerl zudem ein Theaterstück.
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