Der Wettstreit um die Vermessung der Welt
Unsere Landvermesser vergangener Jahrhunderte waren echte Pioniere und Abenteurer. In unruhigen Zeiten wie z.B. der französischen Revolution war es lebensgefährlich, mit seltsamen Gerätschaften durchs Land zu reisen und auf einsamen Bergen weit sichtbare
Leuchtfeuer zu errichten. Das es sich dabei lediglich um harmlose Triangulationen handelte, mit dem…mehrDer Wettstreit um die Vermessung der Welt
Unsere Landvermesser vergangener Jahrhunderte waren echte Pioniere und Abenteurer. In unruhigen Zeiten wie z.B. der französischen Revolution war es lebensgefährlich, mit seltsamen Gerätschaften durchs Land zu reisen und auf einsamen Bergen weit sichtbare Leuchtfeuer zu errichten. Das es sich dabei lediglich um harmlose Triangulationen handelte, mit dem Ziel, das Land zu vermessen, konnte von dem Volk auf der Straße nicht nachvollzogen werden. Wer nicht mit Mathematik und Astronomie vertraut war, und das waren die wenigsten, konnte einfach nicht verstehen, um was es da ging.
Es gab im 17. Jahrhundert noch keine zuverlässigen Kartenwerke, mangels zuverlässiger Uhren existierten bei der Navigation der Schiffe große Probleme und auch fehlten einheitliche Normen für Maße und Gewichte.
Autor Paul Murdin, selbst Astronom, beschreibt die Geschichte der Vermessung vom 17. Jahrhundert bis hin zur Neuzeit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung in Frankreich. Vermessungen benötigen eine Basis und so wurde ein Meridian (Großkreis) durch Paris definiert und astronomisch vermessen. Ziel war es, genaue Karten zu zeichnen und die wahre Gestaltung der Erde zu erforschen. Notwendige Vermessungsarbeiten führten die Akteure bis in die entlegensten Winkel der Erde.
Murdin beschreibt die Lebensgeschichten zahlreicher Wissenschaftlicher, die an diesem Großprojekt beteiligt waren. Dabei wird, am Beispiel von Pierre-François-Andre Méchain, eins deutlich: Messfehler sind das schlimmste, was einem Landvermesser passieren kann.
Der Autor erzählt keine unmittelbar zusammenhängende Geschichte, sondern er beschreibt die historische Entwicklung anhand zahlreicher Biographien. Die Grundlagen der Vermessungen hätten m.E. verständlicher erläutert und auch mittels Skizzen visualisiert werden können. Auch wundert es mich, dass in einem Buch, in dem viele große Namen genannt werden, der geniale Mathematiker, Geometer und Astronom Carl Friedrich Gauß nur ganz am Rande erwähnt wird.
Es gibt nur wenige Bücher über die Vermessung der Welt. Die Biographie von Hubert Mania über Gauß hat mir wegen der zusammenhängenden Darstellung und Konzentration auf eine Person besser gefallen. Dennoch bleibt positiv festzuhalten: Der Geist der damaligen Zeit kommt rüber, die Motivation der Wissenschaftler ist erkennbar und die Geschichte wird lebendig erzählt.