Die (Konservative Revolution) war während der ersten drei Jahrzehnte dieses Jahrhunderts die intellektuell bedeutendste Geistesströmung, die der Demokratie und dem Republikgedanken entgegenstand. Ihre Protagonisten - fünf von ihnen werden in diesem Band vorgestellt - wollten die technische Modernisierung und die politische Reaktion ideologisch miteinander versöhnen, also die Kritik und die Vergötterung der Moderne unter einen Hut bringen. Liebäugelnd mit dem umstürzlerischen Gestus von Revolutionären, in scharfer Gegnerschaft zu jeglicher Konfession und fasziniert von den Möglichkeiten der modernen Technik, war ihnen der damit einhergehende gesellschaftliche Wertewandel doch ebenso zuwider wie die am Horizont aufscheinende Weltkultur, die nationale Eigenarten zu beseitigen drohte. Allerdings zeigt dieser Band auch, daß man die Konservative Revolution unter einen Hut nicht bringen kann - zu vielfältig und disparat waren ihre Vorstellungen und ihr Verhältnis zur Moderne. Nach 1945 war d ie Konservative Revolution ebenso erledigt wie ihre einzig praktisch gewordene Ausprägung, der Nationalsozialismus. Mit wachsender Gewöhnung an die Demokratie wächst jedoch auch der modisch-überhebliche Überdruß an ihr, so daß die Ideen der konservativen Revolutionäre von einst teilweise wieder auf fruchtbaren Boden fallen. Die Auseinandersetzung mit ihrem paradoxen Versuch, die technischen Errungenschaften der Moderne zu nutzen, die bürgerlich-demokratischen jedoch zu verwerfen, ist also aktueller denn je.
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