Gedruckte Magisterarbeit ****
Wie bei solchen Prüfungsarbeiten üblich, stellt der Autor klar vor, was er zu tun gedenkt und was dabei neu ist. Untersuchungen über die NSDAP in einer Mittelstadt sind bisher nicht bekannt, da die Partei nach der Machtübernahme 1933 eigentlich überflüssig wurde und
nur noch mit der Volksbildung im Sinne der Nazis beschäftigt war.
Nebenbei, also nur als Fußnote,…mehrGedruckte Magisterarbeit ****
Wie bei solchen Prüfungsarbeiten üblich, stellt der Autor klar vor, was er zu tun gedenkt und was dabei neu ist. Untersuchungen über die NSDAP in einer Mittelstadt sind bisher nicht bekannt, da die Partei nach der Machtübernahme 1933 eigentlich überflüssig wurde und nur noch mit der Volksbildung im Sinne der Nazis beschäftigt war.
Nebenbei, also nur als Fußnote, erwähnt der Autor, dass Heidelberg 1942 durch die Verlegung des Hauptbahnhofs vom Bismarckplatz an die heutige Stelle eine neue Prachtstraße erhalten sollte. Diese Pläne scheiterten am Kriegsverlauf. Als 1952 der neue Hauptbahnhof eingeweiht wurde, wurden die Pläne der Nazis verschwiegen und der Nazi-Bürgermeister Neinhaus kam dank amerikanischen Persilschein zurück in sein Amt.
Lokal historisch interessant ist, dass die Parteizentrale von 1929 bis 1932 am Marktplatz 3, dann in die Villa Gaisbergstraße 55 umzog, um 1939 auf dem Schloßberg 1 zu landen.
Danach beginnt die soziologische Untersuchung, die an der kleinen Grundgesamtheit von 51 Funktionären in Heidelberg leidet, die etwas älter, überwiegend evangelisch, später auch gottgläubig waren und – das ist vielleicht das wichtigste Ergebnis – überwiegend aus Heidelberg oder Umland stammten, außer bei den höheren Kreisfunktionäre, die auch extra für das Amt in die Region kamen.
Auch die Mittelstandspartei stimmt nicht so. Die Kreisfunktionäre hatten doch häufig einen akademischen Abschluss. ****
Zur Karriere der Funktionäre nach 1945 sagt die Arbeit leider nichts. Insgesamt aber doch interessant und schnell zu lesen, also 4 Sterne.