Die neue Reihe Griechische Dramen erschließt die großen Tragödien und Komödien des klassischen Athen in neuen, textnahen Prosaübersetzungen mit eingehender sprachlicher und sachlicher Kommentierung. Ungewöhnlich ist die gewählte Form der Präsentation, die es erlaubt, Text und Erläuterungen ohne Umblättern mit einem Blick zu erfassen: Dem griechischen Text und seiner deutschen Übersetzung auf der linken Buchseite stehen auf der rechten Buchseite die Anmerkungen zu eben dieser Textpassage gegenüber. Diese Anmerkungen enthalten detaillierte Sacherklärungen, Überlegungen zu Struktur und Gedankengang, Stoffgeschichte, dramatischer Technik und szenischer Realisierung sowie Interpretationshinweise. Eine Einleitung bietet darüber hinaus die wichtigsten Angaben zu Autor, Stoff und Aufführungszeit und gibt Orientierung zu Dramaturgie und Gesamtinterpretation des Dramas. Ein unverzichtbares Hilfsmittel für Dozenten und Studierende der Klassischen Philologie ebenso wie für Vertreter der Germanistik und Neuphilologien, Komparatistik, Theaterwissenschaft und Theaterpraxis.
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Ein "bewunderungswürdiges Werk", ruft niederknieend Rezensent Kurt Flasch, das ihn an die Übertragungen Hölderlins, Goethes und Schillers erinnerte. Keine Zeile, die nicht "große Tragödie" sei: den hohen Ton halte Grünbein auch dann, wenn er "Soldatenjargon und Politikerpalaver" einblende. Grünbeins Übertragung fand Flasch "weder populistisch noch hermetisch", sie erkläre manches "wie nebenbei" und ohne "didaktisches Gerassel". Und natürlich "kein Haschen nach Gegenwartseffekten", aber im Ton doch an die Schrecken gegenwärtigerer Kriege als der Perserkriege erinnernd. Das erinnert den hingerissenen Rezensenten dann wiederum an Heiner Müller, von dessen Fluch, der Westen habe keinen Blick "für die tragischen Dimensionen der Geschichte" er die Westler durch Grünbein nun endlich erlöst sieht. Studierte Kenner des Griechischen, räumt Flasch allerdings ein, "werden wohl an manchen Stellen zusammenzucken". Zarte Anhänger der "stillen Einfalt" gar "ihre Ohren verstopfen". Selber zusammengezuckt und aus dem Hymnentaumel gerissen wurde Kurt Flasch durch einige "unverzeihliche Druckfehler". Aber auch von ein paar "windigen Assoziationen" Grünbeins im Nachwort sowie dessen dort nachgeholtem "Anti-Stalinismus". Merkwürdig findet der Rezensent auch, dass Grünbein diesen Text unter den Titel "Materialien" gestellt habe.
© Perlentaucher Medien GmbH
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»Dies ist ein bewundernswürdigendes Werk, das an die Übertragungen Hölderlins, Goethes und Schillers erinnert.« Kurt Flasch Frankfurter Allgemeine Zeitung 20010728







