Hätte nicht alles gut werden müssen? Der neue Roman von Thomas von Steinaecker über die verpassten Chancen einer Generation
In Norwegen beginnt der Winter. Der erste seit vielen Jahren. In einer abgelegenen Hütte muss sich Bastian eingestehen, dass er zu alt ist, um dort zu überleben. Anstatt zur weit entfernten Siedlung aufzubrechen, beginnt er sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Mit seiner Kindheit in den 90ern zwischen Star Wars, Magnum-Eis und Lichterketten gegen Rechts. Der Herausforderung als junger Vater, Familie, Karriere und eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Und mit den Jahren in der geschützten Wohnsiedlung in der Nähe Münchens, in denen die Welt immer bedrohlicher wurde. In seinem neuen Roman blickt Thomas von Steinaecker virtuos aus einer nahen Zukunft zurück auf unsere Gegenwart und zeigt, wie das Leben an uns vorbeirauscht, während wir um uns selbst kreisen. Hochaktuell erzählt »Die Privilegierten« von einer Generation, die alle Möglichkeiten hatte und dennoch scheitert.
In Norwegen beginnt der Winter. Der erste seit vielen Jahren. In einer abgelegenen Hütte muss sich Bastian eingestehen, dass er zu alt ist, um dort zu überleben. Anstatt zur weit entfernten Siedlung aufzubrechen, beginnt er sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Mit seiner Kindheit in den 90ern zwischen Star Wars, Magnum-Eis und Lichterketten gegen Rechts. Der Herausforderung als junger Vater, Familie, Karriere und eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Und mit den Jahren in der geschützten Wohnsiedlung in der Nähe Münchens, in denen die Welt immer bedrohlicher wurde. In seinem neuen Roman blickt Thomas von Steinaecker virtuos aus einer nahen Zukunft zurück auf unsere Gegenwart und zeigt, wie das Leben an uns vorbeirauscht, während wir um uns selbst kreisen. Hochaktuell erzählt »Die Privilegierten« von einer Generation, die alle Möglichkeiten hatte und dennoch scheitert.
Perlentaucher-Notiz zur Dlf-Rezension
Nicht viel Freude hat Rezensent Eberhard Falcke mit Thomas von Steinaeckers Roman, und zwar vor allem, weil er den Erzähler Sebastian für schlecht konstruiert hält. In der Erzählgegenwart des Jahrs 2039 befindet sich der in der norwegischen Einsamkeit, erfahren wir, die Geschichte entfaltet sich in Rückblenden, die bis in die 1980er zurück reichen. Im bildungsbürgerlichen Milieu aufgewachsen, tendiert Sebastian später politisch nach links, zeichnet der Rezensent die fiktionale Biografie nach, was Sebastian freilich nicht dabei hilft, die sozial zunehmend aus den Fugen geratene Welt zu verstehen. Wie ein saturierter Mitteleuropäer die Welt um sich zusammenbrechen sieht: Das hätte ein toller Kommentar zur Gegenwart werden können, meint Falcke, nur leider bleibe dieser Sebastian eine soziologisch zurecht gezimmerte Kopfgeburt, die für den Kritiker auch nicht im Sinne einer satirischen Überzeichnung funktioniert.
© Perlentaucher Medien GmbH
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Steinaecker gelingt [...] das Kunststück, so ehrlich und reflektiert von den großen und kleinen Dramen des Lebens zu erzählen, dass die Lektüre immer spannend bleibt. Laura Freisberg Bayern 2 (Diwan) 20230923
Eine komplexe Struktur hat der satirische Roman Thomas von Steinaeckers, findet Rezensent Jan Wiele. Die Rahmenhandlung um einen Typen, der im nordischen Nirgendwo sitzt und einen mühsamen Überlebenskampf protokolliert, ist ja ziemlich simpel, führt Wiele aus, aber die reflektierende Erinnerungserzählung, aus der der Hauptteil des Buches besteht, die habe es in sich. Es geht da einerseits im Stil eines Generationenporträts um eine Jugend in den 1980ern und 1990ern, die Popkultur der Epoche spielt dabei eine große Rolle. Andererseits ist dann irgendwann irgendetwas schief gegangen, auch wenn laut Wiele nie so ganz klar wird, was genau. Es tauchen dann jedenfalls unter anderem Frank-Elstner-Hologramme auf, überhaupt flüchten sich alle in popkulturelle Nostalgiewelten, während die echte Welt drumrum den Bach runter geht. Der Erzähler gleitet allerdings doch nicht ganz in das Reich der Simulation ab, so Wiele, und tatsächlich entpuppt sich der Roman, erkennt der oft faszinierte, manchmal auch leicht irritierte Rezensent, als Aufruf zur Selbstoptimierung.
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