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Wer nur die RAF versteht, versteht auch diese nicht.
Nachrichten von terroristischen Anschlägen beherrschen die Schlagzeilen. Aber je weniger fassbar der »neue« Terrorismus erscheint, umso klarer treten die Konturen des »alten« hervor. Es ist deshalb an der Zeit, Bilanz zu ziehen.
Drei Jahrzehnte lang hielten die Meldungen über die Rote Armee Fraktion die Bundesrepublik in Atem. Das bisher existierende Bild dieses linken Terrorismus ist aus mehreren Gründen revisionsbedürftig. Es ist auf Einzelpersonen wie auf Organisationsformen fixiert und zudem geopolitisch restringiert. Daher bedarf…mehr

Produktbeschreibung
Wer nur die RAF versteht, versteht auch diese nicht.

Nachrichten von terroristischen Anschlägen beherrschen die Schlagzeilen. Aber je weniger fassbar der »neue« Terrorismus erscheint, umso klarer treten die Konturen des »alten« hervor. Es ist deshalb an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

Drei Jahrzehnte lang hielten die Meldungen über die Rote Armee Fraktion die Bundesrepublik in Atem. Das bisher existierende Bild dieses linken Terrorismus ist aus mehreren Gründen revisionsbedürftig. Es ist auf Einzelpersonen wie auf Organisationsformen fixiert und zudem geopolitisch restringiert. Daher bedarf es einer mehrfachen Erweiterung.

Die RAF wird hier in den Kontext der Gewalteskalation innerhalb der 68er-Bewegung wie in den Spannungszusammenhang des Kalten Krieges gestellt, um sie in einem weiteren Schritt mit Parallelorganisationen in anderen Industrienationen vergleichen zu können.

In mehr als 60 Einzelbeiträgen werden Gründer wie Gruppen, internationale Parallelorganisationen wie deren Netzwerke, Konzepte und Ideologien, Mythen und Phantasmagorien, mediale Multiplikatoren sowie die Grenzen des Rechtsstaates in seiner Reaktion auf die terroristische Herausforderung analysiert.

Die vorliegende Aufsatzsammlung stellt die umfassendste neuere sozialwissenschaftliche Untersuchung zur Geschichte des Linksterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland dar.
Autorenporträt
Wolfgang Kraushaar, Dr. phil., studierte Politikwissenschaften, Philosophie und Germanistik an der Universität Frankfurt am Main. Er arbeitet seit 1987 am Hamburger Institut für Sozialforschung.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Für Eckhard Jesse setzt das von Wolfgang Kraushaar herausgegebene "Mammutwerk" zur RAF  neue Standards. Kraushaars historisierender Perspektive möchte sich der Rezensent angesichts anhaltender Diskussionen über den deutschen Terrorismus zwar nicht anschließen, die insgesamt 64 Beiträge von 47 Autoren liest er jedoch mit Gewinn, weil sie "von Apologie wie von Abrechnung frei" seien. Bei aller Vielfalt der Themen (ideologische Ursprünge, Protagonisten, Terrorismus und Medien etc.) vermisst Jesse die Perspektive der Opfer und eine Darstellung des Sympathisantentums. Wesentliche Erkenntnisse und neue Quellen erschließt ihm der Band in puncto Internationalität der RAF, obschon Jesse um die Klandestinität dieses Bereichs weiß, sowie bezüglich der "narzisstischen Seiten" der RAF. Insgesamt überzeugen den Rezensenten die Vielfalt, die Präzision und die kritische Haltung in den Analysen. Dass die Beiträge keinen Konsens anstreben, findet er dem Thema angemessen.

© Perlentaucher Medien GmbH