Das Phänomen der Wunschmedizin, einer ärztlichen Behandlung ohne direkten gesundheitlichen Nutzen, ist weit verbreitet. Die Arbeit setzt sich am Beispiel der Schönheitschirurgie mit der strafrechtlichen Bewertung und deliktsystematischen Bedeutung der medizinischen Indikation, insbesondere deren behaupteten Auswirkungen auf die Grenzen der Einwilligung, auseinander. Auf der Grundlage eines verfassungsrechtlich fundierten Rechtsgutskonzepts und eines legitimierbaren Paternalismus werden die strafbewehrten Voraussetzungen der Einwilligung des Patienten auf ihre Legitimation überprüft. Im…mehr
Das Phänomen der Wunschmedizin, einer ärztlichen Behandlung ohne direkten gesundheitlichen Nutzen, ist weit verbreitet. Die Arbeit setzt sich am Beispiel der Schönheitschirurgie mit der strafrechtlichen Bewertung und deliktsystematischen Bedeutung der medizinischen Indikation, insbesondere deren behaupteten Auswirkungen auf die Grenzen der Einwilligung, auseinander. Auf der Grundlage eines verfassungsrechtlich fundierten Rechtsgutskonzepts und eines legitimierbaren Paternalismus werden die strafbewehrten Voraussetzungen der Einwilligung des Patienten auf ihre Legitimation überprüft. Im Spannungsfeld zwischen Handlungsfreiheit des Patienten, ärztlichem Standesrecht und staatlichen Schutzpflichten werden weiter der Zusammenhang von Indikationsmangel und ärztlicher Aufklärung anhand des Ansatzes von behavioral law and economics betrachtet sowie aktuelle Gesetzesinitiativen zum Verbot von Schönheitsoperationen bei Minderjährigen kritisch untersucht.Ausgezeichnet mit dem Fakultätspreis 2014 der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.
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Autorenporträt
Christine Wagner (geb. Joost) studierte nach einem Austauschjahr in den USA und dem Abitur Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Université Montesquieu, Bordeaux IV, Frankreich. Nach Erwerb der licence en droit und nach dem ersten Staatsexamen folgte das Referendariat mit Wahlstation bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York. Nach dem zweiten Staatsexamen arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Professor Dr. Ulrich Schroth an der LMU München. Seit 2010 ist sie als Staatsanwältin und Richterin im OLG-Bezirk München tätig.
Inhaltsangabe
A. EinleitungKontext der Thematik - Gegenstand und Gang der UntersuchungB. GrundlagenBegriffsklärungen, Abgrenzungen und rechtstatsächlicher Hintergrund - Grundlagen aus der Ethik - Verfassungsrechtliche Grundlagen der Einwilligung - Rechtsgut der Körperverletzungsdelikte - Der Schutz des Einzelnen vor sich selbst: moral- bzw. rechtsphilosophische Paternalismusdebatte und RechtspaternalismusC. Schönheitsoperationen als Problematik des Kernstrafrechts - Körperverletzung mit Einwilligung(Eigenmächtige) ärztliche Behandlung - Medizinisch nicht indizierte Behandlungen, insbesondere Schönheitsoperationen - Grundlagen der Einwilligung - Mutmaßliche Einwilligung und nicht indizierte ärztliche Eingriffe - Hypothetische Einwilligung und nicht indizierte ärztliche Eingriffe - Exkurs: Rechtliche Bewertung der Schönheitsoperation außerhalb des StrafrechtsD. Die Funktion der medizinischen Indikation in der strafrechtlichen DeliktssystematikDie medizinische Indikation als selbständige Zurechnungskategorie? (Auffassungen in der Literatur) - Die medizinische Indikation als unselbständige ZurechnungskategorieE. Diskussion unterbreiteter Vorschläge zur nicht indizierten Schönheitsoperation de lege ferendaSchönheitsoperation und ärztliche Aufklärung - insbesondere behavioral law and economics und das Paternalismusproblem - Schönheitsoperation und Einwilligung Minderjähriger bzw. stellvertretende EinwilligungF. Zusammenfassung der wesentlichen ErgebnisseAnhang: RechtsprechungLiteraturverzeichnisSach- und Personenregister
A. EinleitungKontext der Thematik - Gegenstand und Gang der UntersuchungB. GrundlagenBegriffsklärungen, Abgrenzungen und rechtstatsächlicher Hintergrund - Grundlagen aus der Ethik - Verfassungsrechtliche Grundlagen der Einwilligung - Rechtsgut der Körperverletzungsdelikte - Der Schutz des Einzelnen vor sich selbst: moral- bzw. rechtsphilosophische Paternalismusdebatte und RechtspaternalismusC. Schönheitsoperationen als Problematik des Kernstrafrechts - Körperverletzung mit Einwilligung(Eigenmächtige) ärztliche Behandlung - Medizinisch nicht indizierte Behandlungen, insbesondere Schönheitsoperationen - Grundlagen der Einwilligung - Mutmaßliche Einwilligung und nicht indizierte ärztliche Eingriffe - Hypothetische Einwilligung und nicht indizierte ärztliche Eingriffe - Exkurs: Rechtliche Bewertung der Schönheitsoperation außerhalb des StrafrechtsD. Die Funktion der medizinischen Indikation in der strafrechtlichen DeliktssystematikDie medizinische Indikation als selbständige Zurechnungskategorie? (Auffassungen in der Literatur) - Die medizinische Indikation als unselbständige ZurechnungskategorieE. Diskussion unterbreiteter Vorschläge zur nicht indizierten Schönheitsoperation de lege ferendaSchönheitsoperation und ärztliche Aufklärung - insbesondere behavioral law and economics und das Paternalismusproblem - Schönheitsoperation und Einwilligung Minderjähriger bzw. stellvertretende EinwilligungF. Zusammenfassung der wesentlichen ErgebnisseAnhang: RechtsprechungLiteraturverzeichnisSach- und Personenregister
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