Ein Klassiker des italienischen 20. Jahrhunderts neu zu entdecken
Cesenatico, Romagna, in den 1920er Jahren. Andreanas verstorbener Mann, einst größter Fischhändler des Dorfes und wie alle seine Kollegen »ein Gauner und Gotteslästerer«, lässt seine Frau auf einem Berg Schulden sitzen, ihr zweiter Mann Mondo, »Fischhändler mit Gefühl, ein kurioser Widerspruch«, wird in die Rache-Intrigen einer Fischerstochter und Tänzerin verwickelt und verliert sich im riskanten Unternehmen einer Konservenfabrik. Und auch ihre Kinder, die Junglehrerin Anita und der schöne Fortunato, gehen nach unerwarteten Wendungen eigene Wege. Da nimmt Andreana, schwanger mit Mitte vierzig, ihr Schicksal selbst in die Hand und wagt den Schritt in die Männerdomäne Fischhandel.
In seinem Roman Die vorlaute Fischhändlerin (erstmals erschienen 1935; 1982 verfilmt von Leonardo Cortese) führt uns Marino Moretti mitten hinein in die lebenspralle Welt des Meeresvolks an der italienischen Adriaküste, von Cesenatico über Comacchio im Po-Delta bis nach Chioggia und Venedig. Moretti, ein hierzulande noch zu entdeckender Klassiker des italienischen 20. Jahrhunderts, steht in der Tradition großer Romanciers wie Giovanni Verga, konzentriert sich jedoch mit unverwechselbar komisch-ironischer Note ganz auf die kleinen Leute, die derben Fischhändler, die gebeutelten Fischer, auch »Seelumpen« genannt, und die Frauen, für die besonders einprägsam die Hauptfigur steht. Eine Welt im Umbruch, wo Motorboote, Fischimporte, aufkommender Tourismus und Generationenkonflikte das Bestehende infrage stellen und zugleich eine anarchistische Tradition auch während des Faschismus widerborstig fortwirkt und jedes Pathos untergräbt. »Jemand zeigte auf die Landschaft, kommentierte Dörfer und Häuser, unterstrich, wie schwierig die Lage hier sei und was Sozialisten und Republikaner angerichtet hatten, und was die Priester, was die Frauen; vernünftig und friedlich waren offenbar nur die Fischhändler.«
Cesenatico, Romagna, in den 1920er Jahren. Andreanas verstorbener Mann, einst größter Fischhändler des Dorfes und wie alle seine Kollegen »ein Gauner und Gotteslästerer«, lässt seine Frau auf einem Berg Schulden sitzen, ihr zweiter Mann Mondo, »Fischhändler mit Gefühl, ein kurioser Widerspruch«, wird in die Rache-Intrigen einer Fischerstochter und Tänzerin verwickelt und verliert sich im riskanten Unternehmen einer Konservenfabrik. Und auch ihre Kinder, die Junglehrerin Anita und der schöne Fortunato, gehen nach unerwarteten Wendungen eigene Wege. Da nimmt Andreana, schwanger mit Mitte vierzig, ihr Schicksal selbst in die Hand und wagt den Schritt in die Männerdomäne Fischhandel.
In seinem Roman Die vorlaute Fischhändlerin (erstmals erschienen 1935; 1982 verfilmt von Leonardo Cortese) führt uns Marino Moretti mitten hinein in die lebenspralle Welt des Meeresvolks an der italienischen Adriaküste, von Cesenatico über Comacchio im Po-Delta bis nach Chioggia und Venedig. Moretti, ein hierzulande noch zu entdeckender Klassiker des italienischen 20. Jahrhunderts, steht in der Tradition großer Romanciers wie Giovanni Verga, konzentriert sich jedoch mit unverwechselbar komisch-ironischer Note ganz auf die kleinen Leute, die derben Fischhändler, die gebeutelten Fischer, auch »Seelumpen« genannt, und die Frauen, für die besonders einprägsam die Hauptfigur steht. Eine Welt im Umbruch, wo Motorboote, Fischimporte, aufkommender Tourismus und Generationenkonflikte das Bestehende infrage stellen und zugleich eine anarchistische Tradition auch während des Faschismus widerborstig fortwirkt und jedes Pathos untergräbt. »Jemand zeigte auf die Landschaft, kommentierte Dörfer und Häuser, unterstrich, wie schwierig die Lage hier sei und was Sozialisten und Republikaner angerichtet hatten, und was die Priester, was die Frauen; vernünftig und friedlich waren offenbar nur die Fischhändler.«







