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Entstanden Anfang der 60er Jahre, sind die ethnologischen Feldstudien und soziologischen Analysen Pierre Bourdieus zum Verhältnis von Wirtschafts- und Zeitstrukturen in der algerischen Übergangsgesellschaft von erstaunlicher Aktualität und Brisanz. Angesichts der gegenwärtigen Krise der Arbeitsgesellschaft, wachsender Massenarbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung treten zunehmend Symptome der Anomie an den Tag: Destrukturierung und Nichtigwerden von Zeit, Sinnentleerung des Alltags, fatalistisches Verharren in "toter Zeit". Bourdieu übt radikale Kritik an einer Wirtschaftsform und ihrem Bild…mehr

Produktbeschreibung
Entstanden Anfang der 60er Jahre, sind die ethnologischen Feldstudien und soziologischen Analysen Pierre Bourdieus zum Verhältnis von Wirtschafts- und Zeitstrukturen in der algerischen Übergangsgesellschaft von erstaunlicher Aktualität und Brisanz. Angesichts der gegenwärtigen Krise der Arbeitsgesellschaft, wachsender Massenarbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung treten zunehmend Symptome der Anomie an den Tag: Destrukturierung und Nichtigwerden von Zeit, Sinnentleerung des Alltags, fatalistisches Verharren in "toter Zeit". Bourdieu übt radikale Kritik an einer Wirtschaftsform und ihrem Bild vom "homo oeconomicus", in der Arbeit nicht nur zur Ware verkommt, sondern mehr und mehr auch ein knappes Gut wird, dessen Teilhabe und Verteilung für die Gesellschaftsmitglieder von existentieller Bedeutung ist: "Mein frühestes, vielleicht aber auch mein aktuellstes Buch".
Autorenporträt
Pierre Bourdieu (* 1. August 1930 in Denguin, Pyrénées-Atlantiques; ¿ 23. Januar 2002 in Paris) war einer der bekanntesten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Er studierte Philosophie in Paris an der École Normale Supérieure. Mit einem Buch über den Aufenthalt in Algerien 1958 - 1960 (Die zwei Gesichter der Arbeit) begründete er seine Reputation als Soziologe. Seit 1981 hatte Bourdieu einen Lehrstuhl am Collège de France. Im Jahre 1993 wurde er mit der Médaille d'or du Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) ausgezeichnet. Pierre Bourdieus soziologische Forschungen, zumeist im Alltagsleben verwurzelt, waren vorwiegend empirisch orientiert. Er war bekannt als politisch interessierter und aktiver Intellektueller, der sich gegen die herrschende Elite und den Neoliberalismus wandte.
Rezensionen
Die politischen Einmischungen sind, jedenfalls wenn man Bourdieu glaubt, logische Konsequenz seiner theoretischen Arbeit, die vor vierzig Jahren mit ethnografischen Studien über die Kabylen in Nordafrika ihren Anfang nahm. In diesen Studien ist bereits angelegt, was den erfolgreichen Soziologen Bourdieu wie den publikumswirksamen Neoliberalismuskritiker ausmacht: Zum einen die empirische Methode, das genaue Hinschauen und vor allem Befragen - nach persönlichen Träumen, Wünschen, Nöten (das nur ganzen Forschergruppen möglich ist, und auch diese Arbeit ist aus einer Gruppenarbeit hervorgegangen). Zum anderen aber der moralische Impetus, die Verlierer des Kapitalismus zu Wort kommen zu lassen - was aber heißt, als Forscher die Stimme für sie zu ergreifen. Denn sie selbst können sich ja keinen Reim auf die Verhältnisse machen, eben das macht ihre Verliererposition aus.(Berliner Zeitung, 5.8.2000) Den Herausgebern der Reihe >éditions discoursscientific community (Zeitschrift für Politikwissenschaft, 02/2001) Von derartigen VorausSetzungen ausgehend, kann uns Bourdieus Studie über unterschiedliche Zeit- und Wirtschaftsstrukturen im Algerien der 1960er Jahre durchaus neue Perspektiven auf die das ganze Europa der 2000er Jahre betreffenden, in einer anderen, aber nicht weniger drastischen Weise wirkenden, unterschiedlichen Zeit- und Wirtschaftsstrukturen eröffnen. (Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2001)…mehr