Die Registerarie - lässig gesagt, der verdichtete Plot des gesamten Mythos - wird von Leporello, dem Diener des Titelhelden Don Giovanni, zu Beginn des ersten Akts gesungen. Donna Elvira, eine von Don Giovannis Geliebten, begegnet dem Diener und will dessen Herrn wiedersehen. Leporello öffnet ihr die Augen über Don Giovannis ausschweifendes Liebesleben. Dazu holt er ein Verzeichnis hervor - das berühmte 'Register' seiner Eroberungen. Oberflächlich betrachtet wirkt die Arie humorvoll und grotesk - eine Art 'statistische' Aufzählung der Liebesabenteuer. Hinter dem Witz steht allerdings eine subtile Kritik an Don Giovannis grenzenloser Gier und am adeligen Lebensstil schlechthin. Das Register zeigt, dass Frauen für Giovanni zu bloßen Trophäen geworden sind - Zahlen in einem Buch. Leporello erscheint hier als zynischer Beobachter seines Herrn: Er verspottet diesen, ist aber auch von ihm fasziniert. Seine Darstellung schwankt zwischen moralischer Entrüstung und heimlicher Bewunderung. Die vorliegenden 58 Vignetten - aquarellierte Caran-d'Ache-Skizzen, Scherenschnitte auf schwarzem Grund - illustrieren Leporellos summarische Auflistungen, will heißen, das eigentliche Sujet der Oper: die Eroberungen des Don Giovanni; hier jedoch, in Ergänzung zum hörbaren Wort und Ton der Oper, in zu betrachtenden Bildern!
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