Am Ostertag des Jahres 1460 stahl eine Frau 45 geweihte Hostien aus der Martinikirche und warf diese, aus Angst vor Verfolgung, in einen Brunnen. Am Brunnen ereigneten sich danach zahlreiche Wunder. Eine blühende Wallfahrt entstand. Pilger aus den Niederlanden, Skandinavien und dem Baltikum ließen Zeichen zurück, die bezeugen sollten, dass der Brunnen ihnen Heilung und Segen gebracht hatte. Am 11. November 1468 wurde das Kloster »Zum Heiligen Leichnam« gegründet. Das Buch zeigt: Die Hostiendiebin hieß weder Adelheid noch Pustekoke. Das reich bebilderte Buch erbringt neue Erkenntnisse über die Täterin und ihr Umfeld, den Prozess, die Wallfahrt und die Klostergründung.https://www.buchhandel.de/buch/Ein-folgenschwerer-Diebstahl-9783739515144https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1514https://d-nb.info/1299678491
Die Arbeit eines Historikers gleicht der eines Detektivs. Beiden stehen nur lückenhafte Informationen zur Verfügung. Beide begeben sich auf die Suche nach weiteren Spuren. Beide müssen versuchen, zwischen diesen eine Verbindung herzustellen und interpretieren, was nicht offensichtlich ist. Auf diese Art und Weise hat der Historiker Ulrich Meier den Fall des Blomberger Hostienfrevels neu rekonstruiert. Dafür hat er alle Quellen ediert und die aussagekräftigsten ins Deutsche übersetzt. Dem Quellenkatalog geht eine ausführliche Abhandlung voraus, die neue Erkenntnisse zum Fall liefert und Einblicke in die spätmittelalterliche Stadtgesellschaft und das Problem der Hexenverfolgungen gibt. Anke Schwarze, in: Liboriusblatt, 30.6.2024







