Eine Frau kann jeder sein. Eine Frau hat keinen Namen und kein Gesicht. Eine Frau ist einfach nur eine Frau.
Diese eine Frau aus Marcel Mörings Novelle ist genau solch eine Person. Sie arbeitet und arbeitet – zu viel. Es kommt zum Zusammenbruch. Auf einmal ist sie nicht mehr eine Frau, sie ist die
Frau. Sie erinnert sich an ihre Vergangenheit, an ihre große Liebe, ihre Fehler und Irrtümer. Sie…mehrEine Frau kann jeder sein. Eine Frau hat keinen Namen und kein Gesicht. Eine Frau ist einfach nur eine Frau.
Diese eine Frau aus Marcel Mörings Novelle ist genau solch eine Person. Sie arbeitet und arbeitet – zu viel. Es kommt zum Zusammenbruch. Auf einmal ist sie nicht mehr eine Frau, sie ist die Frau. Sie erinnert sich an ihre Vergangenheit, an ihre große Liebe, ihre Fehler und Irrtümer. Sie geht der Konfrontation nicht aus dem Weg, durchlebt stattdessen alles noch einmal, ist plötzlich in Australien und dann wieder im Keller ihres Restaurants. Ein Abstecher in ihr Leben. Jahrelang eingefroren war sie bloße Existenz, doch diese Kollision verabreicht ihr Mut, um endlich wieder zu leben.
Marcel Möhrings Geschichte ist damit eine Drohung, eine Aufforderung zu leben, die keine Widerrede zulässt. Ohne drastisch zu schreiben, attackiert er sanft das Bewusstsein des Lesers und bringt ihn dazu, sich zu fragen, wer er ist. „Eine Frau“ ist unendlich traurig, ohne es zu sein und macht glücklich, ohne es zu erzielen.
Wahrscheinlich reagiert jeder anders, denn der Zweifel einer Frau ist unser aller Zweifel. Eine brillante Novelle für alle, die bereit sind zu fühlen. So wie eine Frau namens Laura, die es lange nicht war und jetzt einen Namen und ein Gesicht hat. mfg Laura