Seit über 60 Jahren erinnert sich Hamburg an die NS-Zeit. Dabei sind Luftkrieg und Kriegsende die wichtigsten Bezugspunkte, an denen sich Diskussionen über die Vergangenheit und das städtische Selbstbild entzünden. Der Umgang mit Gedenktagen, Denkmalsetzungen oder Ausstellungen spiegelt damit ebenso ein schillerndes Spektrum städtischen Gedenkens wie die Nachwirkung des Nationalsozialismus im Gedächtnis der Stadt.
»Dass die Rede vom 'Tabu' Bombenkrieg nichts weiter als eine dreiste Geschichtslüge ist, belegt nun der Aufsatz des jungen Historikers Malte Thießen. Er weist nach, dass in Hamburg an kein anderes Ereignis seit 1945 so dauerhaft erinnert wurde wie an die Luftangriffe vom Juli 1943. Dieses Gedenken bildete 'die zentrale Bezugsgröße der Hamburger Vergangenheit' - nicht die 'Machtergreifung' Hitlers 1933, nicht das Kriegsende 1945, schon gar nicht der 20. Juli oder 9. November.« Die ZEIT »Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte legt eine profunde Analyse der Gedenkkultur zum 'Hamburger Feuersturm' vor. [...] Thießens umfangreiche Analyse ist ein Plädoyer für ein Geschichtsbewusstsein der eigenen Stadt.« Die WELT »Die Studie von Malte Thießen überzeugt sprachlich durch variantenreiches Ausdrucksvermögen und lässt sich gut lesen. [...] Thießen gelingt es mit seiner Untersuchung, die Leser dafür zu sensibilisieren, wie oft das Gedenken gegenwärtige Argumentations- und Legitimationsbedürfnisse bedient. Die Studie erschließt ein reichhaltiges und wichtiges Quellenmaterial und bietet über eine kritische Analyse eine gute Reflexions- und Diskussionsgrundlage.« Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte »In jedem Fall ist die Erinnerung an die Luftangriffe und ihre Opfer über sechs Jahrzehnte hinweg am Leben gehalten worden. Deutsche als Opfer waren also nie ein Tabu. Dies deutlich zu machen, ist auch ein Verdienst dieses Buches.« NDR Fernsehen, Bücherjournal »Thiessens study provides a detailed look at the construction and patterns of memory in Hamburg from 1943 to 2005. The study rests on written sources drawn from over a dozen archives, encompassing memorial speeches, newspaper articels [...] One of the major benefits of Thiessens city-specific study of memory is its increased granularity [...] This illustrates how memory was 'constructed' with Thiessen laying bare the mechanics of narrative constrution.« Contemporary European History, Cambridge University Press
