Victor, einst Krankenpfleger, heute Suchender zwischen Moral und Macht, Körper und Geist, lebt in einer Welt aus Routinen, Beobachtungen und verdrängten Begierden. Was als sachliche Rückschau auf ein geordnetes Leben beginnt, wird zur schonungslosen Selbstanalyse eines Mannes, der hinter der Fassade von Fürsorge und Normalität eine zerstörerische Sehnsucht verbirgt. Zwischen Krankenhausfluren, Kaufhäusern und Hotelzimmern tastet sich Victor durch die Einsamkeit der Großstadt, immer auf der Suche nach einem Rest von Sinn, Nähe und Kontrolle. Hanno Rinke erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte einer inneren Kälte, die in der Gesellschaft der 1990er Jahre entstanden ist - einer Zeit, in der Wohlstand und Orientierungslosigkeit nebeneinander existieren. Mit sezierender Genauigkeit verfolgt der Roman die langsame Verwandlung eines empfindsamen Menschen in einen, der nichts mehr fühlt - und damit alles zu verlieren beginnt. Ein stiller Psychothriller über Moral, Macht und das Verstummen der Empathie.
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