Hans Küngs großer Lebensbericht: Seine Kindheit und Jugend in der Schweiz, seine Eliteausbildung am päpstlichen "Collegium Germanicum", sein Weg zum jungen Theologen des Konzils. Küng schildert seinen unerbittlichen Kampf um die Freiheit des Denkens ebenso wie seine Begegnungen mit Päpsten, Präsidenten und Menschen in allen Erdteilen.
In Rom kannte sie jeder: Die "cardinaletti", die Studenten des Collegium Germanicum in ihren roten Roben. Unter den Augen des Papstes wurden sie zur künftigen Elite ausgebildet: Sieben Jahre lang Studium, in Latein selbstverständlich, ein streng reglementierter Tagesablauf, genaueste Vorschriften über Benehmen, Auftreten, ja Denken. Der junge Hans Küng erfährt am eigenen Leib das Zwanghafte des römischen Systems: Der Kampf um Freiheit wird sein Lebensthema. Sehr persönlich erzählt er hier über seine Schweizer Jugend und den Entschluß, Priester zu werden, über manche Zweifel und Kämpfe in Rom und Paris und seine Erfahrungen als junger Professor. Zum prägenden Erlebnis wurde das Konzil, bei dem er Einblicke über die Kämpfe hinter den Kulissen gewann. Begegnungen mit Präsidenten wie John F. Kennedy, mit Päpsten wie Johannes XXIII. und Paul VI. und mit Menschen aus allen Erdteilen schildert er zugleich mitreißend und analytisch. Eine ebenso gedankenreiche wie glänzend erzählte Autobiographie über Küngs erste vier Jahrzehnte und seinen Kampf um ein ursprüngliches Christentum.
In Rom kannte sie jeder: Die "cardinaletti", die Studenten des Collegium Germanicum in ihren roten Roben. Unter den Augen des Papstes wurden sie zur künftigen Elite ausgebildet: Sieben Jahre lang Studium, in Latein selbstverständlich, ein streng reglementierter Tagesablauf, genaueste Vorschriften über Benehmen, Auftreten, ja Denken. Der junge Hans Küng erfährt am eigenen Leib das Zwanghafte des römischen Systems: Der Kampf um Freiheit wird sein Lebensthema. Sehr persönlich erzählt er hier über seine Schweizer Jugend und den Entschluß, Priester zu werden, über manche Zweifel und Kämpfe in Rom und Paris und seine Erfahrungen als junger Professor. Zum prägenden Erlebnis wurde das Konzil, bei dem er Einblicke über die Kämpfe hinter den Kulissen gewann. Begegnungen mit Präsidenten wie John F. Kennedy, mit Päpsten wie Johannes XXIII. und Paul VI. und mit Menschen aus allen Erdteilen schildert er zugleich mitreißend und analytisch. Eine ebenso gedankenreiche wie glänzend erzählte Autobiographie über Küngs erste vier Jahrzehnte und seinen Kampf um ein ursprüngliches Christentum.
Aus ungewöhnlicher Perspektive
Der Mann schreibt Bestseller. Und zwar seit mehr als 40 Jahren. Sein Thema ist die zeitgenössische katholische Theologie. Seine Bücher stehen in den Bücherregalen von Christen und Nichtchristen, von Katholiken und Angehörigen der evangelischen Kirche. Sie heißen "Die Kirche", "Unfehlbar?", "Christ sein" oder "Existiert Gott?". Seine ökumenische Perspektive wird von den Menschen verstanden und zieht sich wie ein roter Faden durch Leben und Werk. Das beginnt mit der Dissertation im Jahre 1955. Bereits hier kündigt sich Küngs Tendenz an, sich Problemen auf ungewöhnliche Weise zu nähern. Sie bringt ihn immer wieder in Konflikt mit Rom, von wo ihm schließlich 1979 die kirchliche Lehrbefugnis entzogen wird.
Kein Respekt vor Gesslerhüten
Küng schildert im ersten Teil seiner Lebenserinnerungen, wie er zu dem wurde, was er ist: der Wert der Heimat am Sursee, die Liebe zur Familie, das Interesse am Lernen, der Abschied vom "Ghetto-Katholizismus", die Matura im liberalen Luzern, das Studium in Rom, am berühmten Collegium Germanicum. Die Kindheit in der Nazizeit wird prägend, denn schon hier stellte sich die Frage nach Anpassung oder Widerstand. Er sagt von sich, dass die geschichtlichen Erfahrungen der Schweiz, z.B. der Rütli-Schwur und das Widerstandsrecht des Urschweizers, ihn wesentlich beeinflussten: "Wie oft werde ich mich später darauf berufen: kein Respekt vor Gesslerhüten - weder weltlichen noch geistlichen!"
Die richtigen Fragen
Dabei behauptet der Autor von sich, nicht etwa besonders streitlustig auf die Welt gekommen zu sein. Aber mit seinem kritischen, wachen, offenen Geist hat er stets auf die Probleme seiner Zeit reagiert, die richtigen Fragen gestellt. Im Alter von 32 Jahren erhielt er eine ordentliche Professur an der Uni Tübingen. Diese Stadt wurde ihm zur zweiten Heimat, hier war er nach seinem Lehrverbot bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1996 Direktor des Instituts für ökumenische Forschung.
(Mathias Voigt, literaturtest.de)
Der Mann schreibt Bestseller. Und zwar seit mehr als 40 Jahren. Sein Thema ist die zeitgenössische katholische Theologie. Seine Bücher stehen in den Bücherregalen von Christen und Nichtchristen, von Katholiken und Angehörigen der evangelischen Kirche. Sie heißen "Die Kirche", "Unfehlbar?", "Christ sein" oder "Existiert Gott?". Seine ökumenische Perspektive wird von den Menschen verstanden und zieht sich wie ein roter Faden durch Leben und Werk. Das beginnt mit der Dissertation im Jahre 1955. Bereits hier kündigt sich Küngs Tendenz an, sich Problemen auf ungewöhnliche Weise zu nähern. Sie bringt ihn immer wieder in Konflikt mit Rom, von wo ihm schließlich 1979 die kirchliche Lehrbefugnis entzogen wird.
Kein Respekt vor Gesslerhüten
Küng schildert im ersten Teil seiner Lebenserinnerungen, wie er zu dem wurde, was er ist: der Wert der Heimat am Sursee, die Liebe zur Familie, das Interesse am Lernen, der Abschied vom "Ghetto-Katholizismus", die Matura im liberalen Luzern, das Studium in Rom, am berühmten Collegium Germanicum. Die Kindheit in der Nazizeit wird prägend, denn schon hier stellte sich die Frage nach Anpassung oder Widerstand. Er sagt von sich, dass die geschichtlichen Erfahrungen der Schweiz, z.B. der Rütli-Schwur und das Widerstandsrecht des Urschweizers, ihn wesentlich beeinflussten: "Wie oft werde ich mich später darauf berufen: kein Respekt vor Gesslerhüten - weder weltlichen noch geistlichen!"
Die richtigen Fragen
Dabei behauptet der Autor von sich, nicht etwa besonders streitlustig auf die Welt gekommen zu sein. Aber mit seinem kritischen, wachen, offenen Geist hat er stets auf die Probleme seiner Zeit reagiert, die richtigen Fragen gestellt. Im Alter von 32 Jahren erhielt er eine ordentliche Professur an der Uni Tübingen. Diese Stadt wurde ihm zur zweiten Heimat, hier war er nach seinem Lehrverbot bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1996 Direktor des Instituts für ökumenische Forschung.
(Mathias Voigt, literaturtest.de)
