Dank des Kuriensystems genossen polnische Großgrundbesitzer eine privilegierte Stellung in Galizien. Ihre politischen Vertreter, die Konservativen, galten als Bewahrer dieses Zustands. Besonders ihr Flügel aus der Osthälfte des Kronlands, der im Schatten der Krakauer Konservativen stand und vor Veränderungen zurückschreckte, wurde kollektiv zum Inbegriff des engstirnigen Provinzialismus stilisiert. Mit dem Fortschreiten des parlamentarischen Lebens der alten Habsburgermonarchie geriet diese geschützte Position der Verwalter Galiziens ins Wanken. Die Arbeit zeigt, wie sich der politische Selbsterhalt einer zurückgehenden, keineswegs monolithischen Interessengruppe in der Zeit der aufkommenden Massenparteien und der gesellschaftlichen Emanzipation der Ruthenen zu einer nationalen Auseinandersetzung zuspitzte.
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