Darum geht es:
Lena Borowski ist Sozialarbeiterin. Sie wurde vom Jugendamt in ein neues Querschnittsteam versetzt und erlebt nun jeden Tag in den sozialen Brennpunkten das Leid und Elend. Unverhofft bekommt sie einen Anruf ihrer alten Schulfreundin, die sie um Hilfe bittet. Ihre Schwägerin Sabrina
ist spurlos verschwunden. Und weil die Polizei nicht tätig werden will und Lena die Einzige ist, die…mehrDarum geht es:
Lena Borowski ist Sozialarbeiterin. Sie wurde vom Jugendamt in ein neues Querschnittsteam versetzt und erlebt nun jeden Tag in den sozialen Brennpunkten das Leid und Elend. Unverhofft bekommt sie einen Anruf ihrer alten Schulfreundin, die sie um Hilfe bittet. Ihre Schwägerin Sabrina ist spurlos verschwunden. Und weil die Polizei nicht tätig werden will und Lena die Einzige ist, die sie im Großraum Frankfurt kennt, soll Lena doch mal nachsehen, ob sie etwas über den Verbleib der Schwägerin herausfinden kann. Nach und nach gerät Lena dabei immer tiefer in den Sumpf des Rotlichtmilleus bzw. der SM-Szene. Dann wir die Leiche einer jungen Frau gefunden. Übel zugerichtet in einer abgerissenen Gartenhaussiedlung. Handelt es sich dabei um Sabrina?
Mein Meinung:
„Gefährliches Vertrauen“ ist ein Buch, dass uns in vielerlei Hinsicht an die Grenzen bringt. Zum einen belgeiten wir Lena bei der Ausübung ihres Berufes als Sozialarbeiterin und werden immer wieder mit dem Leid und dem Elend derer konfrontiert, die am Rande der Gesellschaft leben. Denjenigen, die auf die Hilfe der Ämter angewiesen sind. Egal ob misshandelte Kinder, verprügelte Ehefrauen, Sozialleistungsempfänger ... Hier habe ich das ein oder andere Mal wirklich schlucken müssen. Und in dem Zusammenhang kommt auch immer wieder die Politik mit ins Spiel, ohne die es einfach nicht geht. Auch erleben wir immer wieder das Zusammenspiel von Politik, unterschiedlichen Ämtern und Kollegen.
Zum anderen begleiten wir Lena auf ihrer Suche nach Sabrina. Und hier geraten wir immer tiefer in die Rotlicht- bzw. SM-Szene. In immer wieder kursiv geschriebenen Teilen des Buches erleben wir, wie und was sich in der SM-Szene so abspielt. Wir erleben mit, wie sich Frauen bis zur Selbstaufgabe unterwerfen und Männer sie wir Sklavinnen halten. Das alles ist sehr gut aber nicht obszön oder sonst wie verwerflich beschrieben. Eben so, dass sich jeder ein gutes und genaues Bild davon machen kann, ohne davon abgestoßen zu werden.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Man kann gut in die Geschichte eintauchen. Das insgesamt 512 Seiten lange Werk ist in insgesamt 34 Kapitel (plus Epilog) unterteilt. Man kann es also sehr gut auch in mehreren Abschnitten unterteilt lesen.
Mein Fazit:
Wer hier einen klassischen Krimi erwartet, ist definitiv falsch. Das Buch bewegt sich da auf einer komplett anderen Ebene. Es ist ziemlich geprägt von Politik, Sozialarbeit und der SM-Szene, was an der ein oder anderen Stelle durchaus langatmig daherkommt. Trotz allem aber lesenswert. Von mir gibt es hier 3 Sterne.