1967 entdeckte der Schriftsteller Günter de Bruyn (1926-2020) zufällig eine Alte Schäferei südwestlich von Beeskow. Von diesem verwahrlosten Anwesen mit dem maroden Waldhaus fühlte er sich augenblicklich angezogen, sodass er es ein Jahr später, im Juni 1968, erwarb.
Die aus zwei Zimmern
bestehende Alte Schäferei hatte anfänglich weder Strom- noch Wasseranschluss. Der „Einsamkeitsliebhaber“ de…mehr1967 entdeckte der Schriftsteller Günter de Bruyn (1926-2020) zufällig eine Alte Schäferei südwestlich von Beeskow. Von diesem verwahrlosten Anwesen mit dem maroden Waldhaus fühlte er sich augenblicklich angezogen, sodass er es ein Jahr später, im Juni 1968, erwarb.
Die aus zwei Zimmern bestehende Alte Schäferei hatte anfänglich weder Strom- noch Wasseranschluss. Der „Einsamkeitsliebhaber“ de Bruyn machte sich an die Arbeit, sein „Versteck“ Schritt für Schritt auszubauen. Die Literaturhistorikerin Carola Wiemers beschreibt im neuen Heft der „Frankfurter Buntbücher“ die mühevolle und jahrelange Arbeit. Zunächst behielt de Bruyn weiterhin seine Berliner Mietwohnung und die zahllosen Instandsetzungsarbeiten hielten ihn bisweilen vom Schreiben ab. Aber seine Sinne für Naturbeobachtungen wurden dadurch geschärft. Sein Schreibstil wurde poetischer.
Später wurden aufwendige Sanierungsarbeiten an den Gebäuden vorgenommen. In einem Erweiterungsbau fand schließlich seine umfangreiche, 12.00 Bände umfassende Bibliothek einen würdigen Raum. Vielfach hat er hier Gäste und Schriftstellerkolleg*innen empfangen. Bis zu seinem Tod am 4. Oktober 2020 blieb das „Abseits“ der Ort, wo er „seelisch und körperlich gesund“ bleiben konnte.
Neben den baulichen Veränderungen widmet sich Wiemers auch kurz den wichtigsten Werken de Bruyns, die hier entstanden sind. Neben einigen persönlichen Aufnahmen des Dichters hat Tobias Tanzyna zahlreiche aktuelle Farbaufnahmen beigesteuert. Fazit: Wieder eine interessante und informative Neuerscheinung in der beliebten Reihe.