Seit sechs Jahren beschäftigt sich Peter Bergen mit Osama bin Laden. Seine Reportage führt nach Afghanistan und Pakistan, in den Jemen, nach Ägypten, aber auch in unsere Nähe: nach England und Amerika. Osama bin Ladens Netz spannt sich über mehrere Kontinente. Es gleicht einem weltweiten Konzern, dessen Ziel der Heilige Krieg ist, ein mittelalterliches Konzept, das sich zugleich aber modernster Technologie bedient.
Von einem Kenner des Terrorismus
Osama bin Laden hat genau zwei westlichen Journalisten ein Interview gegeben. Einer von ihnen war Peter L. Bergen, der im Auftrag von CNN 1997 mit dem Führer der Terror-Organisation Al Qaida sprach. Schon damals galt Bergen als Terrorismusexperte, und wenn er nun mit Heiliger Krieg Inc. ein Buch über bin Ladens Terrornetz vorlegt, kann der Leser einiges erwarten.
Heilige Krieger weltweit
Heiliger Krieg Inc. ist nicht mit der heißen Nadel gestrickt, sondern basiert auf über sechs Jahren Vorarbeit. Das Buch ist mit Sachkunde und Akribie recherchiert, es liefert unzählige Fakten und wagt einen Ausblick in die Zukunft. Bergen bemüht sich, das Phänomen bin Laden in den Griff zu bekommen. Er rät, dessen Motive nicht durch die "Zerrbilder der westlichen Welt" verstehen zu wollen, sondern lässt den Terroristen selber zu Wort kommen. So erfährt der Leser zum einen viel über den Führer der Al Qaida und zum anderen einiges über die weltweiten Verbindungen der Terrorgruppe. Es ist schon erschreckend zu lesen, wie viel Zuspruch es von zornigen jungen Männern gibt, die ihre moslemischen Brüder vom Westen unterdrückt sehen; so in Bosnien, in Kaschmir und in Tschetschenien, um nur einige Konfliktherde zu nennen. Zu den spannendsten Kapiteln zählt Bergens Reise in das "alte" Afghanistan. Die Frage, welche Rolle die CIA während des Afghanistan-Krieges (1979 - 1989) gespielt hat, kann auch er nicht abschließend klären. Sicher ist nur: Es wurden kapitale Fehler gemacht, "die zur Entwicklung antiwestlicher Gruppen im Bündnis mit arabischen Kämpfern beigetragen haben." Wie es in der Zukunft weitergehen, wie der Konflikt entschärft werden könnte, ist ein Thema, dem sich Bergen abschließend widmet. Wenn er dafür allerdings die "Beendigung des Palästina-Konfliktes" vorschlägt, kann man sicher zustimmen - wie dies aber zu bewerkstelligen sei, darauf hat auch Bergen keine Antwort. Das soll den Wert dieser umfassenden und faktenreichen Darstellung allerdings um keinen Deut schmälern.
(Eva Hepper, literaturtest.de)
Osama bin Laden hat genau zwei westlichen Journalisten ein Interview gegeben. Einer von ihnen war Peter L. Bergen, der im Auftrag von CNN 1997 mit dem Führer der Terror-Organisation Al Qaida sprach. Schon damals galt Bergen als Terrorismusexperte, und wenn er nun mit Heiliger Krieg Inc. ein Buch über bin Ladens Terrornetz vorlegt, kann der Leser einiges erwarten.
Heilige Krieger weltweit
Heiliger Krieg Inc. ist nicht mit der heißen Nadel gestrickt, sondern basiert auf über sechs Jahren Vorarbeit. Das Buch ist mit Sachkunde und Akribie recherchiert, es liefert unzählige Fakten und wagt einen Ausblick in die Zukunft. Bergen bemüht sich, das Phänomen bin Laden in den Griff zu bekommen. Er rät, dessen Motive nicht durch die "Zerrbilder der westlichen Welt" verstehen zu wollen, sondern lässt den Terroristen selber zu Wort kommen. So erfährt der Leser zum einen viel über den Führer der Al Qaida und zum anderen einiges über die weltweiten Verbindungen der Terrorgruppe. Es ist schon erschreckend zu lesen, wie viel Zuspruch es von zornigen jungen Männern gibt, die ihre moslemischen Brüder vom Westen unterdrückt sehen; so in Bosnien, in Kaschmir und in Tschetschenien, um nur einige Konfliktherde zu nennen. Zu den spannendsten Kapiteln zählt Bergens Reise in das "alte" Afghanistan. Die Frage, welche Rolle die CIA während des Afghanistan-Krieges (1979 - 1989) gespielt hat, kann auch er nicht abschließend klären. Sicher ist nur: Es wurden kapitale Fehler gemacht, "die zur Entwicklung antiwestlicher Gruppen im Bündnis mit arabischen Kämpfern beigetragen haben." Wie es in der Zukunft weitergehen, wie der Konflikt entschärft werden könnte, ist ein Thema, dem sich Bergen abschließend widmet. Wenn er dafür allerdings die "Beendigung des Palästina-Konfliktes" vorschlägt, kann man sicher zustimmen - wie dies aber zu bewerkstelligen sei, darauf hat auch Bergen keine Antwort. Das soll den Wert dieser umfassenden und faktenreichen Darstellung allerdings um keinen Deut schmälern.
(Eva Hepper, literaturtest.de)
