Schade – dieser Artikel ist leider ausverkauft. Sobald wir wissen, ob und wann der Artikel wieder verfügbar ist, informieren wir Sie an dieser Stelle.
  • Gebundenes Buch

6 Kundenbewertungen

»Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht«
»Hysteria« erzählt die Geschichte von Bergheim, der auf einem Biomarkt merkwürdig unnatürliche Himbeeren entdeckt. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät er immer tiefer in eine kulinarische Dystopie, in der das Natürliche nur noch als absolutes Kunstprodukt existiert, weil das Künstliche längst alle Natur ersetzt hat. Aber keiner weiß davon. Nur seine Hypersensibilisierung befähigt Bergheim, die unheimliche Veränderung wahrzunehmen und ihr nachzugehen. Alle Fäden laufen im Kulinarischen Institut zusammen, wo er…mehr

Produktbeschreibung
»Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht«

»Hysteria« erzählt die Geschichte von Bergheim, der auf einem Biomarkt merkwürdig unnatürliche Himbeeren entdeckt. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät er immer tiefer in eine kulinarische Dystopie, in der das Natürliche nur noch als absolutes Kunstprodukt existiert, weil das Künstliche längst alle Natur ersetzt hat. Aber keiner weiß davon. Nur seine Hypersensibilisierung befähigt Bergheim, die unheimliche Veränderung wahrzunehmen und ihr nachzugehen. Alle Fäden laufen im Kulinarischen Institut zusammen, wo er Charlotte wiedertrifft, seine Studienfreundin und ehemalige Geliebte, die nun als Leiterin an der Spitze der Bewegung des »Spurenlosen Lebens« steht. Allein mit Ansgar, dem dritten im Bunde des ehemaligen Uni-Triumvirats, wird es Bergheim gelingen, etwas dagegen zu tun.

»Allerbeste literarische Feinkost - ein kulinarischer Pop-Roman.« Deutschlandfunk Kultur
Autorenporträt
Nickel, Eckhart§
Eckhart Nickel, geboren 1966 in Frankfurt/M., studierte Kunstgeschichte und Literatur in Heidelberg und New York. Er gehorte zum popliterarischen Quintett »Tristesse Royale« (1999) und debütierte 2000 mit dem Erzahlband »Was ich davon halte«. Nickel leitete mit Christian Kracht die Literaturzeitschrift Der Freund in Kathmandu. Heute schreibt er vorwiegend für die FAS, die FAZ und ihr Magazin. Bei Piper erschien u.a. die »Gebrauchsanweisung für Portugal«. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2017 wurde er für den Beginn von »Hysteria« mit dem Kelag-Preis ausgezeichnet und war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2018. 2019 erhielt er den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

"Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht." Nie sind Himbeeren so abstoßend, so furchteinflößend beschrieben worden. Bergheim, ein hypersensibler Einzelgänger, entdeckt sie im Bio-Supermarkt, und sie versetzen ihn in Panik. So sehr, dass er sich verläuft. Im Außenbereich stößt er auf ein Wagyu-Rind, das sich die Haut vom Körper schabt, aber nicht blutet. Stattdessen kommt eine "gräulich glänzende Fleischmasse" zum Vorschein, die "verdorbener Hähnchenbrust in Zellophan" ähnelt. Er beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und absolviert eine Führung durch die Entwicklungsabteilung der Kooperative "Sommerfrische". Sie wird zu einer Reise durchs uncanny valley - und Bergheims eigene Vergangenheit. Denn die Leiterin der Kooperative ist Bergheims Jugendliebe Charlotte, die ihn gegen Ende ihres gemeinsamen Studiums plötzlich verließ, um sich den radikal-ökologischen "Rosseau-Husaren" anzuschließen. Nickel hetzt seinen stets der Ohnmacht nahen Protagonisten durch den geschmackvoll ausgestatteten Albtraum einer Welt aus Imitat. Dabei spiegelt die Form auf kluge und witzige Weise den Inhalt: Die kunstvoll künstliche Sprache imitiert den Stil der deutschen Schauerromantiker. Dabei verliert sich der Autor trotz der außerordentlichen Eleganz seiner Sätze gelegentlich in Redundanzen.

© BÜCHERmagazin, Elisabeth Dietz (ed)
"Beste, aktuellste Gesellschaftsdystopie seit J.G. Ballard.", FAS, 25.11.2018
»(Das ist) allerbeste literarische Feinkost - ein kulinarischer Pop-Roman. Man könnte auch von 'Beluga-Literatur' sprechen.« Deutschlandfunk Kultur 20190109