Diese Anthologie enthält Geschichten mit Zeitreisen, ein Thema, das mich schon immer fasziniert hat. Daher liebe ich, dass es nun eine ganze Anthologie dazu gibt. Die Texte nähern sich dem Thema auf diverse Arten, mal weltumspannend und abgedreht, mal persönlich und familiär.
Besonders gut
gefallen haben mir:
„Irgendwo sitzen wir in der Wärme einer anderen Sonne“ von Leo Nora zeigt das…mehrDiese Anthologie enthält Geschichten mit Zeitreisen, ein Thema, das mich schon immer fasziniert hat. Daher liebe ich, dass es nun eine ganze Anthologie dazu gibt. Die Texte nähern sich dem Thema auf diverse Arten, mal weltumspannend und abgedreht, mal persönlich und familiär.
Besonders gut gefallen haben mir:
„Irgendwo sitzen wir in der Wärme einer anderen Sonne“ von Leo Nora zeigt das Abgedrehte von Zeitreisen. Die Prota kämpft sich durch viele Zeitlinien auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder. Cool ist, wie sich in jeder Zeitlinie kleine Details ändern und z.B. die Figuren andere Kleidung anhaben.
„Verschwommene Zeiten“ von Christian Rau ist skurril und witzig.
„Morgen, gestern, heute“ von Sabrina Sandig behandelt das Thema Zeitreisen im kleinen Rahmen einer Familiengeschichte. Hier soll nicht die Welt gerettet werden, sondern die Prota möchte ihre Oma aus einer gewalttätigen Beziehung retten.
„Iterationen“ von Carolin Lüders habe ich selbst geschrieben und kann daher nur auf den Inhalt eingehen: Ein lesbisches Pärchen versucht, mithilfe einer Zeitmaschine die Vergangenheit zu ändern, damit queere Menschen nicht mehr verfolgt werden.
„Die Bäume hinter der Mauer“ von Clara Bärmann ist der ernsteste Text der Anthologie. Ein kleiner Junge wird von Monstern gefangen gehalten und sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein magisches Buch, durch das er mit einem Mädchen kommuniziert. Den Plottwist am Ende habe ich nicht kommen sehen. Der Text hat mich nachdenklich zurückgelassen.
„Sprechende Knochen“ von Kerstin Fläschel erzählt, wie Forscher eine medizinische Pflanze suchen, um die Menschheit vor einem Virus zu retten. Dabei verknüpft die Geschichte die Gegenwart mit dem Leben von Frühzeitmenschen. Gelungen ist dabei der Kontrast aus technischer zu mythischer Weltsicht.
„Karins große Reise“ von Christine Kulgart ist eine Liebeserklärung an die Oma der Protagonistin und nähert sich dem Thema Zeitreisen auf persönliche Weise.
„Ein einziger Tag“ von Elise Mennenga erzählt von einer alten Punkerin, die sich an ein verstorbenes Mitglied ihrer Punkband erinnert. Die Einblicke in die Underground-Kultur der 80ern fühlten sich realistisch an.
Allerdings enthielt die Anthologie auch einige Texte, die sehr anfängerhaft wirkten und mir nicht zugesagt haben. Was ich außerdem vermisst habe, sind die verzwickten Zeitparadoxien, die ich erwartet hätte.
Fazit: Eine bunte Mischung aus Zeitreisegeschichten mit wechselhaftem Niveau.