Im Mittelpunkt des Buches stehen mehrere hundert Inzestverfahren, die in Preußen im 18. Jahrhundert geführt wurden. Dabei gelingt es der Autorin, die "offenen Grenzen" zwischen legitimer Verwandtschaft und illegitimer Sexualität aufzuzeigen. Ihr Buch macht die Ambivalenzen frühneuzeitlicher Beziehungen etwa zwischen physischer und struktureller Gewalt, oder zwischen emotionalen und materiellen Interessen sichtbar. Dabei werden die Verwandtschaftsverhältnisse immer auch als Beziehungen zwischen Ungleichen konturiert, was fraglos bei der Analyse sexueller Gewalt, die sich gegen Kinder richtet, besonders hervortritt. Das Buch verändert den historischen Blick auf Verwandtschaft und Sexualität, Gewalt und Emotionalität und wird Auswirkungen haben auf eine neue Geschichte der Kindheit.
Verwandtschaft und Sexualität stehen seit jeher in einem prekären Verhältnis zueinander. Im 18. Jahrhundert wird dieses Verhältnis grundlegend neu bestimmt. So fallen in Brandenburg-Preußen die meisten der über Jahrhunderte Gültigkeit beanspruchenden Inzestverbote. Das hat Auswirkungen nicht nur auf entsprechende Rechtsnormen, sondern vor allem auf die Ausgestaltung sozialer Beziehungen. Diese stehen am Beispiel von über 300 Inzestverfahren im Mittelpunkt der Untersuchung. Dabei wird die Frage gestellt, welche sozial relevanten Vorstellungen von Familie und Verwandtschaft, von Sexualität und Gewalt im 18. Jahrhundert mit Inzest verbunden sind und wie diese mit lebensweltlich wirksamen Konzepten legitimer und nicht legitimer Beziehungen verbunden sind. Mit diesem Zugriff eröffnen sich grundlegend neue Perspektiven auf die Ausgestaltung von und den Umgang mit sozialen Beziehungen zwischen Verwandten am Ende der Frühen Neuzeit.
Verwandtschaft und Sexualität stehen seit jeher in einem prekären Verhältnis zueinander. Im 18. Jahrhundert wird dieses Verhältnis grundlegend neu bestimmt. So fallen in Brandenburg-Preußen die meisten der über Jahrhunderte Gültigkeit beanspruchenden Inzestverbote. Das hat Auswirkungen nicht nur auf entsprechende Rechtsnormen, sondern vor allem auf die Ausgestaltung sozialer Beziehungen. Diese stehen am Beispiel von über 300 Inzestverfahren im Mittelpunkt der Untersuchung. Dabei wird die Frage gestellt, welche sozial relevanten Vorstellungen von Familie und Verwandtschaft, von Sexualität und Gewalt im 18. Jahrhundert mit Inzest verbunden sind und wie diese mit lebensweltlich wirksamen Konzepten legitimer und nicht legitimer Beziehungen verbunden sind. Mit diesem Zugriff eröffnen sich grundlegend neue Perspektiven auf die Ausgestaltung von und den Umgang mit sozialen Beziehungen zwischen Verwandten am Ende der Frühen Neuzeit.
