Die Geschichte steht in der bewegten Zeit unserer Gegenwart ständig zur Disposition unserer Deutung. Die vier Essays dieses Buches nähern sich auf unterschiedliche Weise diesem Thema. Sie werfen die alte Frage nach dem Endzweck der Geschichte in der neuen Perspektive einer Ethik des historischen Denkens auf. Dabei treten zwei aktuelle Fragen in den Vordergrund: diejenige nach neuen Dimensionen der historischen Identität, insbesondere der des werdenden Europas, und diejenige nach einem Horizont des historischen Denkens, in dem es den globalen und interkulturellen Herausforderungen der Gegenwart erfolgreich begegnen kann.
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Rezensent Gerrit Walther zeigt sich recht angetan von Jörn Rüsens "zergrübelt-ambitionierten Aufsätzen", in denen er Einspruch gegen die postmoderne Geschichtstheorie erhebt. Rüsen spricht nach Ansicht Walthers im "hohen Ton der Theorie", doch seine Argumention sei existenzialistisch. Wer die Vergangenheit für bloße Konstruktion halte, referiert der Rezensent die zentrale These Rüsens, verkenne, wie stark seine eigene Art zu denken und zu urteilen durch historische Umstände "konstruiert" seien, wie sehr die Schmerzen und "Traumata" gelebter und erlittener Geschichte seine eigene Gegenwart prägten. Einsicht in die Geschichte sei für Rüsen deshalb moralische Teilhabe an ihr, "Verantwortung", erklärt Walther. Wie er näher ausführt, nimmt Rüsen die Postmoderne radikal beim Wort, um sie so für seine Zwecke umzudefinieren: eben weil Geschichte nur als Erzählung gestaltet werden könne, müsse der Historiker sie so modellieren, dass sie "für die Erfüllung spezifischer wertgeladener Orientierungsbedürfnisse" tauge.
© Perlentaucher Medien GmbH
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"Rüsens Ausführungen überschreiten nicht nur im ersten Beitrag die Grenze von der Geschichtstheorie zur Praktischen Philosophie. Die Terminologie des gesamten Bandes ist politisch und ethisch hoch aufgeladen." (ZfG - Zeitschrift für Geschichtswissenschaft)
"Der Historiker beschäftigt sich in den Essays mit vitalen Fragen seiner Wissenschaft, die über diese hinauszuzielen scheinen, wenn man nicht von vornherein davon ausgeht, dass die Historie Sinn nur gewinnt in der Beziehung zum Leben der Gegenwart." (Neue Westfälische)
"Der Historiker beschäftigt sich in den Essays mit vitalen Fragen seiner Wissenschaft, die über diese hinauszuzielen scheinen, wenn man nicht von vornherein davon ausgeht, dass die Historie Sinn nur gewinnt in der Beziehung zum Leben der Gegenwart." (Neue Westfälische)







