Der Tenor dieses sehr guten Buches ist kritische Distanz gegenüber der Theologie von Joseph. Ratzingers (das Buch ist vor der Papstwahl verfaßt) und Wohlwollen gegenüber der Person Joseph Ratzingers. Der Autor zeigt sich beeindruckt vom Wissensschatz des späteren Papstes und der Homogenität seiner
Theologie. Allerdings ist John Allen zu sehr von seiner us-amerikanischen Herkunft und dem dortigen…mehrDer Tenor dieses sehr guten Buches ist kritische Distanz gegenüber der Theologie von Joseph. Ratzingers (das Buch ist vor der Papstwahl verfaßt) und Wohlwollen gegenüber der Person Joseph Ratzingers. Der Autor zeigt sich beeindruckt vom Wissensschatz des späteren Papstes und der Homogenität seiner Theologie. Allerdings ist John Allen zu sehr von seiner us-amerikanischen Herkunft und dem dortigen katholischem Milieu geprägt, um echte Objektivität für sein Urteil beanspruchen zu können. Themen wie Homosexualität und Ökumene sind für Allen zu deutlich wichtige Themen die er entsprechend moderner Gesellschaftsauffassung gelöst sehen möchte, so dass er den global-katholisch-kirchlichen Blick des Glaubenswächters Ratzinger nicht verstehen kann. Dieses echte Manko kann man dem Buch nicht absprechen. Andererseits sind echte Perlen enthalten. Gerade die erste Hälfte des Buches gerät als fundierte und spannende Beschreibung der sog. Befreiungstheologie und den Kampf der römischen 'Zentrale' mit ihr. Nirgendwo sonst sind diese Vorgänge so klar und detaillreich beschrieben. Allein diese Abschnitte des Buches empfehlen die Lektüre.
Das Lektorat hätte allerdings bei der Fülle der Namen durchaus sich die Mühe eines Personenregisters machen können.