22,00 €
inkl. MwSt.
Versandkostenfrei*
Versandfertig in 1-2 Wochen
payback
0 °P sammeln
  • Gebundenes Buch

Eines ist klar: "Klausen ist ein Tatort." Was aber wirklich in diesem Südtiroler Ferienidyll für vor allem deutsche Touristen passiert ist, darüber gehen die Meinungen leidenschaftlich auseinander. Man erzählt von einem Überfall, gar einem gezielten Schuss aus dem Hinterhalt. Wer das Opfer ist, wer der Täter - darüber gibt es zunächst nur abenteuerliche Spekulationen. Erste Verdächtigungen gehen naturgemäß in Richtung der Pakistaner und der Albaner auf der Ploderburg, aber bald geraten Hintermänner in den Blick, deren Grundstücksspekulationen die Vorgänge halbwegs plausibel zu machen scheinen.…mehr

Andere Kunden interessierten sich auch für
Produktbeschreibung
Eines ist klar: "Klausen ist ein Tatort." Was aber wirklich in diesem Südtiroler Ferienidyll für vor allem deutsche Touristen passiert ist, darüber gehen die Meinungen leidenschaftlich auseinander. Man erzählt von einem Überfall, gar einem gezielten Schuss aus dem Hinterhalt. Wer das Opfer ist, wer der Täter - darüber gibt es zunächst nur abenteuerliche Spekulationen. Erste Verdächtigungen gehen naturgemäß in Richtung der Pakistaner und der Albaner auf der Ploderburg, aber bald geraten Hintermänner in den Blick, deren Grundstücksspekulationen die Vorgänge halbwegs plausibel zu machen scheinen. Jedoch werden nicht der einschlägig vorbestrafte Laner und sein Kontrahent Zurner verhaftet, sondern Gasser und seine Saufkumpane. Was beginnt wie eine Provinzposse, wächst sich aus: Ist Klausen etwa Umschlagplatz eines internationalen Drogenkartells? Als umweltengagierte Terroristen den Viadukt der Brennerautobahn zu sprengen versuchen (oder handelt es sich doch bloß um einen Unfall?) und über Klausen ein "kurzer Moment der Stille" hereinbricht, recherchieren bald Fernsehteams in großer Zahl vor Ort. Wie sich Öffentlichkeit bildet, wie eine Verwirrung die nächste stiftet, bis alle Gewissheiten (oder was wir dafür halten) immer wahnhaftere Züge annehmen und schrill auf unser Handeln zurückwirken, das komponiert Andreas Maier zu einer bitterbösen Komödie über dieses vielleicht gar nicht so weltabgelegene Klausen.
Autorenporträt
Andreas Maier, 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren, studierte Philosophie und Germanistik, anschließend Altphilologie. Er lebt in Frankfurt am Main.
Rezensionen
Der moderne Heimatroman oder: Die Provinzposse
Auch sein zweiter Roman ist ein Mikrokosmos, bis zum Bersten gefüllt mit Charakteren, die Andreas Maier meisterhaft darzustellen weiß. Freilich sind es auch diesmal wieder die Fiesen und die Dummen, die es ihm angetan haben. Kleinststadtmenschen und Provinzler, deren Engstirnigkeit, hochfahrende Besserwisserei und Wut auf Fremde er durch die überwiegend in indirekter Rede gehaltene Wiedergabe ihres Geredes entlarvt. Sicherer und lockerer ist dabei sein eigentümlicher Stil geworden, weniger artifiziell, aber immer noch so eindringlich wie in seinem ersten Buch Wäldchestag.
Klausen, Südtirol
Die Handlung, vor dessen Hintergrund Maier seine hochkomisch und bissig-satirisch dargestellten Charaktere in Intrigen, Missverständnisse, Lügen und Mauscheleien verwickelt, ist beängstigend realistisch. Ort ist Klausen, ein kleines Dorf in Südtirol, deren Einwohner im Schatten eines gigantischen, auf hohen Stelzen ruhenden Viadukts der Brennerautobahn leben. Dieses Viadukt wird zum Schauplatz eines spektakulären Geschehens, in dem sich die zuvor aufgeladene Spannung zwischen den gar nicht so friedlichen Dorfbewohnern entlädt. Die Beklemmung, die den Leser im Laufe der Erzählung erfasst, wird dabei weniger durch die Schilderung der Ereignisse als vielmehr durch das damit einhergehende boshafte Gerede erzeugt. Die Wirklichkeit der Ereignisse ist nicht immer die durch das Gerede erzeugte Wirklichkeit. So gerät man in einen schwer zu durchdringende Sumpf von übler Nachrede, Feindschaft und vielleicht auch wahrer Kriminalität. Klausen jedenfalls entwickelt sich schließlich zu einer richtigen Kriminalgeschichte, in der militante Umweltaktivisten, Grundstücksspekulanten und Ausländerhasser ihr Unwesen treiben.
Andreas Maier zählt zu dem Besten, was die deutsche Literatur derzeit zu bieten hat. Mit Klausen hat er es wieder bewiesen und man freut sich auf seinen dritten Roman. (Andreas Rötzer)

…mehr
»Nach einem ersten Erfolg das zweite Buch zu schreiben, ist bekanntlich schwer. ... Andreas Maier hat die Hürde mit Schwung und Geschick gemeistert.« Ulrich Greiner DIE ZEIT 20020502