Angesichts des unaufhaltsamen Vordringens der Digitalisierung in alle Lebensbereiche läßt sich fragen: Wozu noch Kunst im Medienzeitalter? Prägen nicht längst die elektronischen Massenmedien die ästhetische Wahrnehmung? Eine solche Technikdominanz verfechten lautstark jene Vertreter der Medienwissenschaft, die für sich die Faktizität der Naturwissenschaften beanspruchen und ästhetischen Fragen keinen Raum mehr geben. Kunstwissenschaftler wiederum fühlen sich für die Invasion der Medien nicht gerüstet, in denen sie zwar die eigentlichen Erben der Kunstgeschichte sehen, ohne aber deren Wirkungsmechanismen zu erfassen. Dagegen zeigt der Autor, daß im Verlauf der vergangenen zweihundert Jahre die jeweils aktuellsten Medien - von der Telegrafie bis zum Internet - zwar viele Funktionen übernehmen, die ehemals der Kunst vorbehalten waren. Aber er belegt auch, wie die Künste die technische Entwicklung anregten, deren Auswirkungen oftmals vorwegnahmen. Moderne und Medien erweisen sich so als die zwei Seiten einer Medaille. In seinem interdisziplinären Ansatz entwirft das Buch für jeden, der sich mit kritischer Neugier der Geschichte der Medien nähert, ein überraschendes Panorama der Interferenzen: für den Kommunikationswissenschaftler wie für den Soziologen, für den technikgeschichtlich Interessierten, den Kunsthistoriker und nicht zuletzt den Medienkünstler.
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