Die österreichische Schriftstellerin Maja Haderlap (geb. 1961) arbeitete nach ihrer Promotion als Dramaturgin und Universitätslektorin und war Lehrbeauftragte am Institut für Vergleichende Literaturwissenschaften in Klagenfurt. Seit 1992 ist sie Leitende Drama-turgin am Stadttheater Klagenfurt.
Außerdem war sie langjährige Mitherausgeberin und Redakteurin der kärntner-slowenischen…mehrDie österreichische Schriftstellerin Maja Haderlap (geb. 1961) arbeitete nach ihrer Promotion als Dramaturgin und Universitätslektorin und war Lehrbeauftragte am Institut für Vergleichende Literaturwissenschaften in Klagenfurt. Seit 1992 ist sie Leitende Drama-turgin am Stadttheater Klagenfurt. Außerdem war sie langjährige Mitherausgeberin und Redakteurin der kärntner-slowenischen Literaturzeitschrift „Mladje“.
Maja Haderlap veröffentlichte auf Slowenisch und Deutsch Gedichte und Essays. Ihr Romandebüt „Engel des Vergessens“ (ebenfalls im Wallstein Verlag erschienen) wurde 2011 u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Nun ein erster Lyrikband in einem deutschen Verlag.
Die beherrschenden Themen in „langer transit“ sind Ursprung, Herkunft und Identität in dem Vielländereck Österreich-Slowenien-Italien. Da finden sich Gedichttitel wie „karstweide bei col“, „lagune bei grado“ oder „venezia“ und in „grenzländer“ heißt es: „ihre grenzlinien knüpften einen strang aus fallstricken und übertretungen … alles ist rand und vergessen und übergang“. Ein Teil der Gedichte trägt sogar den Untertitel „karantanien“ - frühmittelalterliches Gebiet von Kärnten/Slowenien, in dessen Landschaft und Geschichte Haderlap immer wieder eintaucht, z.B. „ein sommertag über dem Jaunfeld“ oder „könig matjaz besucht sein Dorf“.
Die Prosagedichte sind Brücken zwischen unterschiedlichen Welten und spiegeln die persönlichen Grenzerfahrungen authentisch wider. Die Zeilen wirken mitunter kantig zwischen dem Fremden und dem Eigenen, sie öffnen sich manchmal erst beim zweiten Lesen. Unter „haus der liebe“ und „das unsichtbare Mädchen“ versammelt der Band auch einige sehr persönliche Gedichte der Autorin. Doch liest man die Gedichte genauer, erkennt man auch hier die Übergänge von Persönlichem ins Gesellschaftliche.
Haderlaps Gedichte sind dabei nicht aufdringlich, sie tasten sich an das Thema heran und nehmen den Leser doch gefangen. Am Ende der Lektüre ist er um eine Erfahrung reicher geworden.