Kann man glücklich sein und trotzdem in Einklang mit der Moral leben? Die Frage stellt sich schon im alltäglichen Leben. Sie ist zugleich eine Frage der Lebensweisheit alter Kulturen und vor allem der Philosophie. Solange man das Glück rein subjektiv als Wohlbefinden versteht, stimmt es mit der Moral bestenfalls zufällig überein. Meint man mit Glück aber die Qualität eines gelungenen Lebens, daß nämlich das eigene Dasein glückt, so gehören dazu Haltungen, die zweifellos einen moralischen Charakter haben und Tugenden heißen. In drei großen Abschnitten des Buches führt Otfried Höffe die Leser…mehr
Kann man glücklich sein und trotzdem in Einklang mit der Moral leben? Die Frage stellt sich schon im alltäglichen Leben. Sie ist zugleich eine Frage der Lebensweisheit alter Kulturen und vor allem der Philosophie. Solange man das Glück rein subjektiv als Wohlbefinden versteht, stimmt es mit der Moral bestenfalls zufällig überein. Meint man mit Glück aber die Qualität eines gelungenen Lebens, daß nämlich das eigene Dasein glückt, so gehören dazu Haltungen, die zweifellos einen moralischen Charakter haben und Tugenden heißen. In drei großen Abschnitten des Buches führt Otfried Höffe die Leser durch die Fragestellungen der philosophischen Ethik. Klar und allgemeinverständlich legt er dar, was man unter Glück und Freiheit zu verstehen hat, und macht auf Irrwege in der Philosophiegeschichte, aber auch auf Schwierigkeiten aufmerksam, die der Sache selbst geschuldet sind. Hat das Gute Vorrang vor dem Richtigen, oder ist es umgekehrt? Ist Freiheit immer Anarchie, und läßt sich eine Steigerung der Freiheit durch Moralität denken? Ist Moralität nur ein schöneres Wort für Dummheit? Haben Menschen einen guten oder schlechten Charakter? Gibt es das Böse? Höffe bietet mit seinen Überlegungen philosophische Aufklärung und grundlegende Orientierung, aber keine Rezepte an. Ohnehin wird jeder, der sein Leben selbstbestimmt führt, sich jedes Rezept verbitten.
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Autorenporträt
Otfried Höffe, geboren 1943, ist Professor für Philosophie und Leiter der Forschungsstelle Politische Philosophie an der Eberhard Karls-Universität Tübingen, ist einer der produktivsten und einflussreichsten Denker der Gegenwart. Er ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und erstes ausländisches Mitglied der Teheraner Akademie für Weltweisheit und Philosophie. Er ist Ehrendoktor der Universität (PUCRS) in Porto Alegre/Brasilien und Träger des Karl Vossler-Preises für wissenschaftliche Werke von literarischem Rang.
Inhaltsangabe
1. Einführung
ERSTER TEIL: ETHIK PLUS HANDLUNGSTHEORIE 2. Das Gute zu Ende denken 2.1 Drei Gegenstände, drei Diskurse – 2.2 Das moralisch Gute – 2.3 Relativismus – 2.4 Die Moral: funktionslos geworden? 3. Fehlschlüsse 3.1 Der Sein-Sollensfehler – 3.2 Moralismus – 3.3 Das moralische Bewußtsein auslegen – 3.4 Moralkritik als Genealogie – 3.5 Ethik ohne Metaphysik? 4. Animal morabile 5. Handeln 5.1 Bewußt und freiwillig – 5.2 Einschub: Ethischer Realismus? – 5.3 Praktischer Syllogismus, praktische Vernunft – 5.4 Gründe und Motive – 5.5 Glück (Eudaimonia) oder Freiheit (Autonomie)?
ZWEITER TEIL PRINZIP GLÜCK: EUDAIMONIE 6. Strebensglück 6.1 Streben: Herstellen und Handeln – 6.2 Das Endziel zweiter Stufe – 6.3 Sehnsuchtsglück oder Strebensglück? – 6.4 "Nur der Engländer strebt nach Glück" 7. Lebenskunst 7.1 Savoir vivre – 7.2 Grundriß-Wissen – 7.3 Doppelstrategie 8. Vier Lebensziele 8.1 Lust – 8.2 Wohlstand – 8.3 Macht – 8.4 Ansehen 9. Tugend 9.1 Charaktertugend und Lebensklugheit – 9.2 Tugend lernen – 9.3 Moralität in der Tugendethik – 9.4 Subjektive Objektivität 10. Besonnenheit, Gelassenheit, Selbstvergessenheit 10.1 Besonnenheit – 10.2 Gelassenheit – 10.3 Aus Selbstinteresse selbstvergessen 11. Lebensklugheit statt Kalkulation 11.1 Ein empirisch-rationaler Kalkül – 11.2 Die Alternative – 11.3 Zurück zu Aristoteles? 12. Macht Tugend glücklich? 12.1 Meistens – 12.2 Böse und gute Widerfahrnisse – 12.3 Eudaimonistische Gelassenheit 13. Euthanasie der Moral? 13.1 Jenseits der A lternative Eigen- oder Fremdwohl – 13.2 Mehr als nur prudentiell – 13.3 Provokation Theoria – 13.4 Vorrang des Guten vor dem Richtigen? 14. Von der Strebens- zur Willensethik
DRITTER TEIL PRINZIP FREIHEIT: AUTONOMIE 15. Die moralische Freiheit verorten 16. Praktische Vernunft: Handlungsfreiheit 16.1 Freier Urheber – 16.2 Nach Gründen handeln – 16.3 Gründe und Scheingründe – 16.4 Stufen praktischer Vernunft 17. Autonome Vernunft: Willensfreiheit 17.1 Drei Stufen von Freiheit und Reue – 17.2 Autonomie als reine praktische Vernunft 18. Einspruch 1: Determinismus 18.1 Methodischer oder dogmatischer Determinismus – 18.2 Nur Handlungsfreiheit? – 18.3 Verschärfter Determinismus 19. Einspruch 2: Hirnforschung 19.1 Tragweite der Provokation – 19.2 Ein exemplarisches Experiment – 19.3 Weitere Einwände 20. Das Kriterium 20.1 Zwischenbilanz – 20.2 Begriff, Kriterium, Imperativ – 20.3 Maximen und Maximenethik – 20.4 Universalisierung – 20.5 Folgenethik oder Diskursethik als Alternativen? 21. Der Universalisierungstest: zwei Beispiele 21.1 Versprechen – 21.2 Depositum 22. Die Wirklichkeit 22.1 Zwei Gedankenexperimente – 22.2 Ein präskriptives Faktum – 22.3 Moralität als Steigerung – 22.4 Ein moralisches Gefühl: Achtung – 22.5 Moralische Anmut – 22.6 Freiheit in Institutionen: Sittlichkeit – 22.7 Metaphysikfrei metaphysisch 23. Moralisch böse 23.1 Zum Begriff – 23.2 Zur Wirklichkeit – 23.3 Den Begriff des Bösen aufheben? 24. Autonome Moral und Lebenskunst 24.i Ein Gegensatz? – 24.2 Besonnenheit, Wohlwollen, innere Freiheit – 24.3 Moralerziehung 25. Macht Moralität glücklich?