Wie ausweglos muss die Krise einer Gesellschaft sein, daß sich ihr Niedergang so in das Individuum einschreibt. Gleichnishaft scheint der Körper sich gegen eine Vergiftung wehren zu müssen, deren Ursprung von den Ärzten lange Zeit vergeblich gesucht wird. Die schwachen Abwehrkräfte der Patientin unterlaufen alle ihre Maßnahmen. Mit der Psyche verbündet, streikt das Immunsystem, und die Ursachen dafür liegen nicht allein im Körper, der nach allen Regeln der ärztlichen Kunst behandelt wird. Die Patientin entgleitet den Ärzten, wird bedrängt von Szenen aus ihrem früheren Leben, spürt den Wegen nach, die ihre Gefährten von damals gegangen sind. Immer wieder schieben sich Fieberphantasien dazwischen. Abgründe öffnen sich, unterirdische labyrinthische Gänge, in denen die Geschichte rumort, die sie leibhaftig erfahren hat. Wilde phantastische Träume treiben sie durch diese unerledigte Vergangenheit und durch ihre gequälte halbe Stadt Berlin. Und immer wieder taucht ein We ggefährte auf,
der später zum Gegner wurde und dessen Leben tragisch endet. Vieles trägt dazu bei, daß die Kranke in all ihrer Schwäche schließlich den Entschluß fassen kann zu leben - nicht zuletzt die unverbrüchliche Anwesenheit des vertrauten Du.
"Wohin es sie jetzt treibt, dahin reichen die Worte nicht." Diese Erfahrung bringt Christa Wolf zu bezwingend dichter, bedrängender Sprache, Bericht einer Hadesfahrt in das Innere eines todkranken Körpers ...
der später zum Gegner wurde und dessen Leben tragisch endet. Vieles trägt dazu bei, daß die Kranke in all ihrer Schwäche schließlich den Entschluß fassen kann zu leben - nicht zuletzt die unverbrüchliche Anwesenheit des vertrauten Du.
"Wohin es sie jetzt treibt, dahin reichen die Worte nicht." Diese Erfahrung bringt Christa Wolf zu bezwingend dichter, bedrängender Sprache, Bericht einer Hadesfahrt in das Innere eines todkranken Körpers ...

