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Rezensionen
Im Aufmacher der Buchmessenbeilage feiert Rezensent Hubert Spiegel Feridun Zaimoglus neuen Roman so "beklemmenden" wie "zärtlichen Einblick" in die fremde Migrantenwelt. Mit dem fünfhundert-Seiten-Werk sei es dem Autor außerdem überzeugend gelungen, aus der Schublade des "educated Kanakster" in die Riege der "ernstzunehmenden deutschen Schriftsteller" zu wechseln. Für Spiegel zeigt sich mit diesem Roman, dass die Kunst des virtuosen Stimmenimitators Zaimoglu vor allem eine der Einfühlung ist. Ebenso akribisch wie liebevoll beschreibe er die Lebenswelt der ersten türkischen Migranten, die in den sechziger und siebziger Jahren aus anatolischen Dörfern als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Erzählt werde aus der Perspektive eines Mädchens, das als Tochter eines gewalttätigen Machos aufwachse und dann als frisch verheiratete junge Frau nach Deutschland emigriere. Spiegel ist fasziniert von all den fremden Gerüchen, Sehnsüchten und Stimmungen, die ihn aus dem Roman anwehen, schockiert von der Brutalität, die vor allem das Leben der Frauen beherrscht. Bewegt und verwundert hört er besonders den Gesprächen "zwölfjähriger türkischer Mädchen" zu, mit deren Hilfe Zaimoglu den Leser in die Lebens- und Gefühlswelt Ostanatoliens der fünfziger und sechziger Jahre versetze. Spiegel mag auch den "gelegentlich gezielt ins Archaische spielenden Tonfall" der Protagonistin Leyla, selbst wenn er ihn "nicht durchgehend variabel" gehandhabt findet.

© Perlentaucher Medien GmbH
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