Seit dreißig Jahren verfolgt die Schweizer Fotografin Iren Stehli das Leben der in Prag lebenden Zigeunerin Libuna und ihrer Familie. Dieses Buch ist eine bewegende Langzeitstudie, ein Blick, präzise und dicht, auf die Ränder der osteuropäischen Gesellschaft unter dem Kommunismus und nach der Samtenen Revolution. Eine Erzählung über Liebe, Zärtlichkeit und Schmerz, ist es Zeugnis von Libunas unbeugsamer Stärke und Lebenslust. Auf ungewohnte, sensible Art und Weise werden Hochs und Tiefs eines Frauenlebens festgehalten. Darüber hinaus entwerfen die detailreichen Bilder eine Geschichte des Alltags und der Populärkultur im ehemaligen Ostblock. Bilder und Bildunterschriften stellen eine Erkundung der fotografischen Möglichkeiten dar: Wie kann Fotografie die Intensität des gelebten Augenblicks festhalten? Libuna ist der verblüffende Bew eis dafür, daß das Geheimnis der Fotografie weder Sensationsmache noch die Erfindung protziger Phantasmagorien ist, sondern die geduldige und bescheidene Suche nach Bildern, welche flüchtige Blicke auf die Welt in kleine Epiphanien verwandeln, Lichtbrechungen der unbeschreiblichen Wahrheit der Welt.
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