Digitale Welten handeln und kommunizieren mit uns, sie verkörpern sich im assozialen world wide web. Sie binden sich an unsere Räume. Wir können alles fragen. Alexa, Siri und Google finden Antworten und führen uns immer weiter. Im Netz stirbt nichts und bei uns gibt es Leichen, Körperlichkeit,
Verwundungen, Fragen und einen vielfältigen Hunger. Das Gespräch mit den Bots und Konten bindet und wirft…mehrDigitale Welten handeln und kommunizieren mit uns, sie verkörpern sich im assozialen world wide web. Sie binden sich an unsere Räume. Wir können alles fragen. Alexa, Siri und Google finden Antworten und führen uns immer weiter. Im Netz stirbt nichts und bei uns gibt es Leichen, Körperlichkeit, Verwundungen, Fragen und einen vielfältigen Hunger. Das Gespräch mit den Bots und Konten bindet und wirft ein Spiegelbild zurück. Das Netz weist auf unser Leben selbst.
Laut, mitunter parolenhaft ist Martin Piekars Dichtung und hält dabei stets die Schönheit der Brüche und der Dunkelheit präsent. Neu, um reale Wirklichkeiten bemüht, sanft und warm, dringen seine Gedanken und Sätze durch. Kraftvoll sind Trauer, Sehnsucht, Hingabe und Erfüllung. Das Spielen mit Sprache und Wirklichkeit ist souverän, nein mit Sprachen, denn dem Polnischen und ganz nebenbei dem In-und Ausschluss deutscher Identitäten wird Platz gewährt, ebenso wie dem Geld und der Abwesenheit des Geldes, organisch und hinter den Glasscheiben virtuell.
Ach, wie soll ich es weiter beschreiben, Martin Piekar hat mein Herz sowieso, nein das was er macht, hat es, seine Gedichte und seine Kunst. Nina Kauns Illustrationen und Andrea Schmidts Schriftsetzung, die mich schon bei Caca Savićs Teilchenland begeisterten, fügen sich harmonisch ein und geben dem Band eine weitere sinnliche Tiefe, so dass es mich nicht wundern würde, dass sich in der Entstehung Text und Gestaltung gegenseitig beeinflussten.
Piekar kennt ihr, oder solltet es, spätestens nach seiner überzeugenden Performanz beim diesjahrigen Bachmannpreis, die völlig zu Recht mit dem KELAG-Preis und dem Publikumspreis belohnt wurde. Wagt er nun ein Genrewechsel oder einen Ausflug in die Prosa? We are watching you like Lions! Und lesen werden wir es und so gern anschauen auch.