Die Sehnsucht nach Reinheit ist tief in uns verankert - nach einem Leben ohne Makel, ohne Fehler, ohne Schuld. Doch dieses Ideal hat eine dunkle Seite: Wo Reinheit und erst recht "Lupenreinheit" zum obersten Gebot werden, entstehen Ausgrenzung, Zwang und Spaltung. Das Reine verschafft sich Identität, indem es das "Unreine" ausschließt - sei es in bestimmten religiösen Ritualen, die den Unreinen den Zugang verwehren, oder in politischen "Säuberungen", die Andersdenkende als Feinde brandmarken. Der Autor begibt sich auf eine Expedition ins Reich dieser Reinheitsfantasien und zeigt: Das "Unreine" - das Fehlerhafte, Widersprüchliche und Unfertige - kann auch Quelle von Lebendigkeit und Tiefe sein. Rainer Schulz findet Belege in der Kunst, die im Versehrten neue Schönheit entdeckt, in der Literatur, deren unvollkommene Helden uns ans Herz wachsen, und in der Weisheit, dass oft gerade im Eingeständnis eigener Brüche, Humor, Toleranz, und echte Gemeinschaft entstehen. Ein befreiendes Plädoyer, das Unvollkommene als einen zutiefst menschlichen Wesenszug zu verstehen und zu schätzen.
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