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Mein privates Lexikon - Savinio, Alberto
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"Ich bin so unzufrieden mit den Enzyklopädien, daß ich mir diese hier für meinen persönlichen Gebrauch geschrieben habe", sagt Savinio und stellt damit klar, daß er zu den eigensinnigsten Autoren des zwanzigstens Jahrhunderts zählt. Leonardo Sciascia hat behauptet, man habe es mit "dem größten italienischen Schriftsteller seiner Zeit" zu tun. Das mag eine Übertreibung sein. Fest steht allerdings, daß ihn an Extravaganz keiner übertrifft.
Savinio paßt in keine Schublade. Man kann in ihm einen Traditionalisten, einen Aristokraten sehen. Doch stand er mit der europäischen Avantgarde auf Du und
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Produktbeschreibung
"Ich bin so unzufrieden mit den Enzyklopädien, daß ich mir diese hier für meinen persönlichen Gebrauch geschrieben habe", sagt Savinio und stellt damit klar, daß er zu den eigensinnigsten Autoren des zwanzigstens Jahrhunderts zählt. Leonardo Sciascia hat behauptet, man habe es mit "dem größten italienischen Schriftsteller seiner Zeit" zu tun. Das mag eine Übertreibung sein. Fest steht allerdings, daß ihn an Extravaganz keiner übertrifft.

Savinio paßt in keine Schublade. Man kann in ihm einen Traditionalisten, einen Aristokraten sehen. Doch stand er mit der europäischen Avantgarde auf Du und Du, war befreundet mit Picasso, Apollinaire und den Surrealisten, wetteiferte mit seinem Bruder Giorgio de Chirico, und tat sich als Maler, Komponist, Choreograph und Reporter hervor.

Doch vor allem war Savinio ein bedeutender Essayist, und so ist es kein Wunder, daß sein privates Lexikon aus höchst originellen Aufsätzen besteht. Das Alphabet erlaubt es ihm, mit der größten Unbefangenheit von einem Thema zum andern zu springen: von der Allwissenheit zur Amöbe, vom Don Quichotte zum Druckfehler, von der Solidarität zu den Süßspeisen und vom Ziborium zur Zoographie.

Hier wird man nicht sowohl belehrt als überrascht. "Ich unterhielt mich mit meinem Freund B. über Schatten." - "Das Unendliche ist eine Frage der Atmosphäre" - "Die Kunst ist heidnisch" - "Ich habe keine große Erfahrung mit Gefängnissen": Mit solchen Sätzen schlägt der Essayist einen leichten Ton an, der verführerisch ist und uns immer tiefer in das Labyrinth seiner Gedanken lockt.
Autorenporträt
Alberto Savinio wurde 1891 in Athen geboren und starb 1952 in Rom. Er studierte Musik bei Max Reger in München und verbrachte lange Jahre in Paris. Von seinem weitverzweigten Werk geben die folgenden Titel einen Eindruck: »Ascolto il tuo cuore, città«/»Stadt, ich lausche deinem Herzen« (deutsch 1989); »Tutta la vita«/»Das ganze Leben« (deutsch 1991), »Infanzia di Nivasio Dolcemare«/»Die Kindheit des Nivasio Dolcemare« (deutsch 1996).

Karin Fleischanderl, geb. 1960 in Steyr/Oberösterreich, studierte Übersetzen am Dolmetschinstitut Wien. Seit 1983 Tätigkeit als freiberufliche Übersetzerin (u.a. Gabriele d'Annunzio, Antonio Tabucchi) und Publizistin, außerdem Mitbegründerin der Leondinger Akademie für Literatur. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen.