An der Spitze der USA steht seit 2001 ein Präsident, der gemeinsam mit seinen Ministern, Militärs und Geheimdiensten die Welt beherrschen will. Die einzig verbliebene Weltmacht verfolgt das Ziel imperialer Machtausweitung. Der bevorstehende Krieg gegen den Irak dient nicht allein dem Kampf gegen das Böse, sondern vorrangig dem eigenen Weltherrschaftsanspruch. Peter Pilz, Mitglied der sicherheitspolitischen Ausschüsse des österreichischen Parlaments und des Nationalen Sicherheitsrats, klagt die Supermacht an. Er beschreibt die Planung der Kriege, die militärische Strategie der neuen Waffen, den Kampf gegen den inneren Feind und das System aus Satelliten und Statthaltern. Sein Fazit: "Die Welt kann sich die USA nicht mehr leisten - die Zeit ist reif für eine Alternative.
Bekannte Fakten und ein neues Mosaik
Verflechtungen der amerikanischen Administration mit der Ölindustrie, ein geradezu religiöses Sendungsbewusstsein im Kampf gegen „das Böse“, Rufe nach Kontrolle chemischer oder biologischer Waffen (aber natürlich nicht im eigenen Land) usw.: Pilz, Mitbegründer der österreichischen Grünen, Abgeordneter, Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates und bekennender Amerika-Freund, setzt aus bekannten Fakten ein neues und sehr gut lesbares Mosaik zusammen.
Ohne Rücksicht
Das Verblüffende ist: Der Autor stützt sich dabei nur auf allgemein zugängliche Informationen, die im Anhang detailliert nachgewiesen werden. Erkenntnis und Botschaft von Pilz lauten: Amerika beansprucht die Weltherrschaft, militärisch wie wirtschaftlich, auf der Erde, im Weltraum und im Cyberspace, und unternimmt ohne Rücksicht alles, damit niemand ihm diesen Anspruch wieder streitig machen kann.
Die Stunde Europas?
Pilz weist aber auf die aus der Geschichte bekannte Gefahr der Überdehnung von Imperien hin und beleuchtet die Alternativen: Erforderlich sei eine „zweite Globalisierung“, die eine Energiewende, Entwicklungsautonomie und die „Globalisierung von Recht und Demokratie“ umfasse. Ob hier wirklich „die Stunde Europas“ kommt, wie der Autor meint, sei dahingestellt. Doch er verweist zu Recht darauf, dass Europa immerhin – anders als die USA – aus der eigenen Geschichte gelernt habe.
(Holger Sweers, literaturtest.de)
Verflechtungen der amerikanischen Administration mit der Ölindustrie, ein geradezu religiöses Sendungsbewusstsein im Kampf gegen „das Böse“, Rufe nach Kontrolle chemischer oder biologischer Waffen (aber natürlich nicht im eigenen Land) usw.: Pilz, Mitbegründer der österreichischen Grünen, Abgeordneter, Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates und bekennender Amerika-Freund, setzt aus bekannten Fakten ein neues und sehr gut lesbares Mosaik zusammen.
Ohne Rücksicht
Das Verblüffende ist: Der Autor stützt sich dabei nur auf allgemein zugängliche Informationen, die im Anhang detailliert nachgewiesen werden. Erkenntnis und Botschaft von Pilz lauten: Amerika beansprucht die Weltherrschaft, militärisch wie wirtschaftlich, auf der Erde, im Weltraum und im Cyberspace, und unternimmt ohne Rücksicht alles, damit niemand ihm diesen Anspruch wieder streitig machen kann.
Die Stunde Europas?
Pilz weist aber auf die aus der Geschichte bekannte Gefahr der Überdehnung von Imperien hin und beleuchtet die Alternativen: Erforderlich sei eine „zweite Globalisierung“, die eine Energiewende, Entwicklungsautonomie und die „Globalisierung von Recht und Demokratie“ umfasse. Ob hier wirklich „die Stunde Europas“ kommt, wie der Autor meint, sei dahingestellt. Doch er verweist zu Recht darauf, dass Europa immerhin – anders als die USA – aus der eigenen Geschichte gelernt habe.
(Holger Sweers, literaturtest.de)
