Ich weiß, alle lieben dieses Buch. Aber ich muss es einfach mal sagen: Als Roman ist der Schinken komplett gescheitert! Es ist ein Aufbau-Büchlein, eine anschmiegsame Geschichte für sentimentale Herzen, meinetwegen kann man es als Lehrgeschichte für den Philosophie-Anfänger lesen oder als Rührstück,
manchmal klug, manchmal schön, oft genug kitschig. Aber nochmal, als Roman katastrophal schlecht.…mehrIch weiß, alle lieben dieses Buch. Aber ich muss es einfach mal sagen: Als Roman ist der Schinken komplett gescheitert! Es ist ein Aufbau-Büchlein, eine anschmiegsame Geschichte für sentimentale Herzen, meinetwegen kann man es als Lehrgeschichte für den Philosophie-Anfänger lesen oder als Rührstück, manchmal klug, manchmal schön, oft genug kitschig. Aber nochmal, als Roman katastrophal schlecht. Mercier gelingt es an keiner Stelle, seine klugen Gedanken in eine als Roman funktionierende Geschichte zu weben, man hat stets das Skelett des Romans vor Augen, das noch dazu wenig originell gezimmert wurde, und beobachtet, wie der Autor verzweifelt versucht, sein Skelett mit Fleisch zu bestücken. Die Bilder sind hölzern und starr und wiederholen sich mit peinlicher Penetranz (man denke nur an all die "geschlossenen Türen", vor denen der Protagonist steht), die Figuren unglaubhaft und leblos und dieses melancholische Saudade-Klischee-Lissabon geht mir (ich liebe Lissabon) nicht nur in diesem Buch gewaltig auf den Wecker!