Organisatorische Weisheit ist ein täuschend einfacher Ausdruck für ein äußerst komplexes Phänomen: die Fähigkeit eines Kollektivs, einer Behörde, eines Ministeriums, eines Unternehmens oder einer gemeinnützigen Organisation, in mehrdeutigen, wertvollen und sich schnell verändernden Situationen gut zu urteilen und zu handeln. Im Gegensatz zu Intelligenz (der effizienten Handhabung von Mitteln) oder Informationen (kodifizierten Daten) geht es bei Weisheit darum, "das Richtige zu tun" und "die richtige Art und Weise, es zu tun" zu erkennen, wenn Regeln, Maßstäbe und Präzedenzfälle nicht in vollem Umfang anwendbar sind. Die tiefsten intellektuellen Wurzeln dieser Idee gehen auf Aristoteles zurück, der phronesis (praktische Weisheit, die auf ethisches Handeln ausgerichtet ist) von episteme und techne unterschied. Zeitgenössische Organisationswissenschaftler haben die Phronesis wiederbelebt, um zu erklären, wie reale Entscheidungen unter Ungewissheit, Konflikten und Zeitdruck getroffenwerden, wo Tabellenkalkulationen nicht ausreichen, um Argumente zu klären, und wo die menschlichen Konsequenzen der Politik eine große Rolle spielen. In dieser Wiederbelebung ist Weisheit keine mystische Eigenschaft, die einzelne Genies besitzen, sondern eine verteilte, kultivierte Fähigkeit, die durch Dialog, Reflexion und Handeln auf allen Ebenen einer Organisation entsteht.
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