Von Petra Postert stammen unter anderem die Kinderbücher „Traumfee Lula und der Flüsterzauber“ und „Traumfee Lula und die Zahnfee Margarete“. In „Piratenschwestern“ stellt eine Veränderung in der Familie vieles auf den Kopf.
Die 10jährige Franka hat sich schon immer eine Schwester gewünscht. Umso
begeisterter ist sie, als ihre 15jährige Halbschwester Kim nicht mit ihrer Mutter Anne nach Paris…mehrVon Petra Postert stammen unter anderem die Kinderbücher „Traumfee Lula und der Flüsterzauber“ und „Traumfee Lula und die Zahnfee Margarete“. In „Piratenschwestern“ stellt eine Veränderung in der Familie vieles auf den Kopf.
Die 10jährige Franka hat sich schon immer eine Schwester gewünscht. Umso begeisterter ist sie, als ihre 15jährige Halbschwester Kim nicht mit ihrer Mutter Anne nach Paris zieht sondern neues Familienmitglied wird. Frankas Erwartungen an eine Schwester sind hoch. Kim ist nicht wie befürchtet eine Tussi sondern so cool wie eine Piratin. Als Teenager hat Kim jedoch ihren eigenen Kopf und liebt es, auf Achse zu sein.
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Franka erzählt. Frankas Neugierde auf die Halbschwester ist groß. Auch ihre Eltern sind aufgeregt. Mutter will mit Kochkünsten punkten. Vater möchte am liebsten alles aus dem Leben von seiner Tochter Kim erfahren. Werden sich alle zusammenraufen? Das Thema „Patchwork-Familie“ ist stets aktuell. Das Zusammenwürfeln von zwei Familien erweist sich immer als Herausforderung. Autorin Petra Postert setzt auf Frankas naiv kindlichem Charme. Franka kommt sehr sympathisch rüber, und es macht Spaß mit ihr mitzufühlen. Auch Kim ist trotz ihrer Teenagermarotten ein netter Charakter. Sie interessiert sich für Franka und bindet sie sogar in Treffen mit Freunden ein. Die Geschichte um die beiden Schwestern ist sehr realitätsnah geschrieben. Alles könnte so passiert sein. Harmonie schwingt mit. Trotz kleinerer Vorfälle renkt sich alles gut ein. Der Titel hat hohe Erwartungen geschürt. So abenteuerlich ist „Piratenschwestern“ leider nicht. Die Story ist liebenswert, aber nicht besonders fesselnd. Dafür passiert einfach zu wenig. Im Großen und Ganzen geht es um das alltägliche Leben, Missverständnisse und geringe Schwierigkeiten. Das Rätsel, warum Kim verschwunden ist, wird nicht richtig ausgespielt. Es lässt sich erahnen, dass alles gut ausgehen wird. Die Auflösung ist keine packende Überraschung. Ein paar mehr originelle Einfälle und Wendungen hätten der Geschichte gut getan. Zumal das Buch für Kinder ab 10 Jahren gedacht ist. Ansprüche an ein Buch sind in dem Alter schon höher. Im letzten Buchdrittel kommt mit Frankas Erlebnissen etwas Fahrt auf. Aber auch hier hätte es gerne noch ungewöhnlicher sein können. Das Ende stellt zufrieden. Dem Ausklang fehlt es an Intensität.
Der Titel ist klug gewählt und hat Anziehungskraft. Die Darstellung der Hauptfiguren wirkt etwas altmodisch, passt aber zum Titel. „Piratenschwestern“ eignet sich gut für Mädchen, die gerne etwas zum Thema „Schwestern“ lesen möchten und kein fesselndes Abenteuer erwarten. Franka und Kim wachsen einem schnell an Herz. Es geht um Familie, ein bisschen um Liebe und Freundschaft.