Rosaleen ist eine Frau, die nichts tut und von den anderen alles erwartet. Sie ist Mitte siebzig, die vier Kinder sind schon lange aus dem Haus. Die Brüder Dan und Emmet sind vor der Enge der irischen Heimat in die Ferne geflohen; das Nesthäkchen Hanna wollte auf den Theaterbühnen der Welt reüssieren, spricht aber nun dem Alkohol zu, und Constance, die Älteste, hat sich selbst verloren. Doch abgenabelt hat sich keines der Kinder. Noch immer versucht jedes auf seine Weise, es dieser besten aller Mütter recht zu machen. Und scheitert.
Da kommt die Einladung zu einem letzten Weihnachtsfest in Ardeevin. Rosaleen möchte das Haus, in dem die Kinder groß geworden sind, das voller Erinnerungen an glückliche Momente und Verletzungen steckt, verkaufen. Die Geschwister reisen mit diffuser Hoffnung auf Versöhnung an - und doch endet es, wie noch jedes Weihnachten geendet hat.
Booker-Preisträgerin Anne Enright wagt sich auf den dunklen Grund unserer Gefühle, studiert menschliches Verhalten dort, wo es am störanfälligsten ist, wo Liebe und Hass nahe beieinander liegen und es kein oder zumindest kein einfaches Entrinnen gibt: in der Familie.
Da kommt die Einladung zu einem letzten Weihnachtsfest in Ardeevin. Rosaleen möchte das Haus, in dem die Kinder groß geworden sind, das voller Erinnerungen an glückliche Momente und Verletzungen steckt, verkaufen. Die Geschwister reisen mit diffuser Hoffnung auf Versöhnung an - und doch endet es, wie noch jedes Weihnachten geendet hat.
Booker-Preisträgerin Anne Enright wagt sich auf den dunklen Grund unserer Gefühle, studiert menschliches Verhalten dort, wo es am störanfälligsten ist, wo Liebe und Hass nahe beieinander liegen und es kein oder zumindest kein einfaches Entrinnen gibt: in der Familie.
© BÜCHERmagazin, Margarete von Schwarzkopf (mvs)
Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension
Tief in die Abgründe einer Familie schaut Rezensentin Jutta Person mit Anne Enrights Roman. Die Vorbereitungen zum Weihnachtsfest bringen so manches zutage, was besser unsichtbar geblieben wäre, meint Person und verzeiht der Autorin das ein oder andere irische Klischee, wenn Enright die Familiengeschichte quasi von hinten aufrollt, indem sie die erwachsenen Mitglieder erst in ihren eigenen Zusammenhängen zeigt, um dann anzudeuten, wie wenig sie sich doch von zuhause haben abnabeln können. Die von der Autorin anvisierte Revision eines Familienlebens gelingt laut Person durch unsentimentale bis spöttische Einzelporträts und einen kargen Realismus, in den die Autorin mitunter allerdings doppelte Böden einzieht, wie Person meint.
© Perlentaucher Medien GmbH
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"Das Raffinement des Romans ist von Anne Enrights bisweilen bis zum Sarkasmus reichender Scharfsichtigkeit unterfüttert." Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rose-Marie Gropp, 28.11.2015


