Gibt es überhaupt eine russische Geschichte?
Der Autor unterscheidet in seiner Untersuchung zwischen dem russischen Imperium und der russischen Nation. Es gibt zwei Geschichten, und die Frage nach der russischen Geschichte ist die Frage nach ihrem Verhältnis.
Das russische Imperium war gefräßig. Es verleibte sich andere Ethnien ein, bevor die russische Nation eine Identität entwickeln konnte. Mehr noch: was an authentisch russischen Traditionen existiert hatte, wurde durch die imperialistische Reichspolitik unterdrückt.
Im russischen Imperium war es immer die Aufgabe der Stunde, durch einen überbordenden Verwaltungsapparat riesige Territorien und verschiedenartige Völker in den Griff zu kriegen. Setzte sich hingegen jemand für die russische Nation und ihr Gemeinschaftsgefühl ein, wurde er stets mit dem Vorwurf des Chauvinismus bedacht.
Wer hätte das Volk integrieren können? Die russisch-orthodoxe Kirche war zu schwach, ein Bürgertum fehlte und die Intelligenz war entwurzelt. Wo aber kein Wir-Gefühl vorhanden ist, gibt es auch keine gemeinsamen Fortschrittsanstrengungen. Es entstand ein mächtiges russisches Reich ohne russische Seele und eine schwache russische Nation ohne Nationalgefühl.
So lautet denn auch die Diagnose des Autors: Die russische Nationalgeschichte liegt in der Zukunft.
Der Autor unterscheidet in seiner Untersuchung zwischen dem russischen Imperium und der russischen Nation. Es gibt zwei Geschichten, und die Frage nach der russischen Geschichte ist die Frage nach ihrem Verhältnis.
Das russische Imperium war gefräßig. Es verleibte sich andere Ethnien ein, bevor die russische Nation eine Identität entwickeln konnte. Mehr noch: was an authentisch russischen Traditionen existiert hatte, wurde durch die imperialistische Reichspolitik unterdrückt.
Im russischen Imperium war es immer die Aufgabe der Stunde, durch einen überbordenden Verwaltungsapparat riesige Territorien und verschiedenartige Völker in den Griff zu kriegen. Setzte sich hingegen jemand für die russische Nation und ihr Gemeinschaftsgefühl ein, wurde er stets mit dem Vorwurf des Chauvinismus bedacht.
Wer hätte das Volk integrieren können? Die russisch-orthodoxe Kirche war zu schwach, ein Bürgertum fehlte und die Intelligenz war entwurzelt. Wo aber kein Wir-Gefühl vorhanden ist, gibt es auch keine gemeinsamen Fortschrittsanstrengungen. Es entstand ein mächtiges russisches Reich ohne russische Seele und eine schwache russische Nation ohne Nationalgefühl.
So lautet denn auch die Diagnose des Autors: Die russische Nationalgeschichte liegt in der Zukunft.
