Wollt Ihr mal ziehen? Na los, ich halte die eine Seite, Ihr zieht an der anderen und dann „Peng!“, das Knallbonbon birst mit einem Zischen auseinander, sprenkelt Perlen, bunte Konfetti und gute Laune in die Luft und … einen Hauch von Melancholie, weil die Freude so schnell vorbei ist.
Das
Knallbonbon SALZIGE MILCH von Anna Job (Text) und Corinna Pourian (Illustration) ist erklärtermaßen eine…mehrWollt Ihr mal ziehen? Na los, ich halte die eine Seite, Ihr zieht an der anderen und dann „Peng!“, das Knallbonbon birst mit einem Zischen auseinander, sprenkelt Perlen, bunte Konfetti und gute Laune in die Luft und … einen Hauch von Melancholie, weil die Freude so schnell vorbei ist.
Das Knallbonbon SALZIGE MILCH von Anna Job (Text) und Corinna Pourian (Illustration) ist erklärtermaßen eine Erzählung. In Schnipseln. (Für einen Blick durchs Buch swipe mal nach links!)
Herrlich bunte, kindlich fröhliche, plakativ naiv gezeichnete Schnipsel. Vorsichtige – ein bisschen ängstliche – in lyrischer Form zusammengehaltene Worte. Die Verbindung von Text und Bild schafft die Dritte im Bunde, die Grafikdesignerin Theresa Schwietzer. Ohne Pause blättere ich mich von Seite zu Seite und tauche ein in das Meer an Gefühlen, das dabei entsteht.
Apropos Meer. Die Liebe zum Meer ist es, die die Geschichte zusammenhält. Das Element, das gleichzeitig Geborgenheit schenkt und Angst macht. Das mal ein „grünes“, mal ein „weißes Monster“ oder „stilles Wasser“ ist, das ehrfürchtig macht, in dem man ertrinken und auf dessen Wellen man den Zauber des Lebens reiten kann. Früher.
Nun reitet die junge Ich-Erzählerin auf den Wellen der Schwangerschaft und des Mutterseins. Begegnet schwerer See und dunklen Tiefen. Aber auch einer unermesslichen Weite und Liebe. Und Ängsten, die sich immer wieder vor ihr auftürmen:
„Zwei Ängste gibt’s. Ich hab die zweite.
Die erste, weil man nicht will.
Die zweite, weil man doch will.“
Und so gibt sie den Zauber des Lebens an „Dich“ weiter, kleiner „Tragling“. Schenkt Dir Fruchtwasser und Muttermilch.
Es ist ein modernes, ein junges und weibliches Buch. Was anmutet wie ein Kinderbuch, ist es nur auf den ersten Blick. Mit wenigen poetischen Worten schafft Anna Job es, die Brüche im Leben und im Muttersein fühlbar und gleichzeitig Mut zu machen. Fröhlichkeit, Leichtigkeit und Lebensfreude dominieren. Melancholie und Doppeldeutigkeit des Textes erwischen einen erst auf den zweiten Blick.
Auch wenn ich thematisch weit entfernt von der Protagonistin stehe, hat mich dieses bunte Buch sehr begeistert und haben die Bilder sich mir eingeprägt. Ich werde es sicher noch oft – und nicht nur an junge (werdende) Mütter - verschenken, denn das ist es: ein Geschenk.