»Radikal, intensiv und vielschichtig« WDR3 »Mosaik«
Eine Begegnung, die alles infrage stellt ...Atara ist zum zweiten Mal verheiratet, mit ihrer großen Liebe, doch neuerdings scheint Alex sich immer weiter von ihr zu entfernen. Noch größere Sorgen macht ihr der gemeinsame Sohn, ein Elitesoldat, der nach dem letzten Einsatz kaum mehr das Haus verlässt. Vielleicht um ihre Familie besser zu verstehen, vielleicht um ihr zu entkommen, sucht Atara Rachel auf, die erste Frau ihres Vaters, das große Tabu in Ataras Kindheit ... Die Idealistin Rachel scheint die Vergangenheit zu verkörpern - sie kämpfte mit dem Vater in der Untergrundmiliz gegen die Engländer und für einen israelischen Staat. Doch die Begegnung der beiden Frauen mündet in eine Katastrophe in der Gegenwart ... Meisterlich erzählt Zeruya Shalev eine große Geschichte von Liebe und Verantwortung.
Eine Begegnung, die alles infrage stellt ...Atara ist zum zweiten Mal verheiratet, mit ihrer großen Liebe, doch neuerdings scheint Alex sich immer weiter von ihr zu entfernen. Noch größere Sorgen macht ihr der gemeinsame Sohn, ein Elitesoldat, der nach dem letzten Einsatz kaum mehr das Haus verlässt. Vielleicht um ihre Familie besser zu verstehen, vielleicht um ihr zu entkommen, sucht Atara Rachel auf, die erste Frau ihres Vaters, das große Tabu in Ataras Kindheit ... Die Idealistin Rachel scheint die Vergangenheit zu verkörpern - sie kämpfte mit dem Vater in der Untergrundmiliz gegen die Engländer und für einen israelischen Staat. Doch die Begegnung der beiden Frauen mündet in eine Katastrophe in der Gegenwart ... Meisterlich erzählt Zeruya Shalev eine große Geschichte von Liebe und Verantwortung.
In Zeruya Shalevs Romans sind eine persönliche Familiengeschichte und der politische Konflikt Israels aufs Engste miteinander verwoben, meint Rezensentin Sarah Pines. Die in Jerusalem wohnhafte Autorin erzählt hier, ganz im Sinne ihrer "sachten Besessenheit" mit Israel, so Pines, aus der Perspektive der knapp 50-jährigen, in zweiter Ehe in Haifa lebenden Atara von deren gewalttätigem Vater, der in den 40er Jahren als Teil der zionistischen Untergrundgruppe "Lechi" gegen die britische Besatzung in Palästina kämpfte. Inszeniert werde die Handlung dabei in Form eines Gesprächs zwischen Atara und Rachel, der ersten Ehefrau von Ataras Vater, erklärt Pines. Wie die Autorin mit ihrer "gedrängten" Sprache die innere "Enge" in der Ehe zwischen Atara und ihrem Mann, aber auch die Enge des gebeutelten Landes Israel verdeutlicht, scheint die Rezensentin zu beeindrucken. Ein Buch wie eine "Umarmung des gebrechlichen Jetzt", so Pines.
© Perlentaucher Medien GmbH
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Rezensentin Julia Encke hat sich mit Zeruya Shalev zum Videocall getroffen, um mit der israelischen Autorin über den Nahost-Konflikt und ihren neuen Roman zu sprechen. Den hält die Kritikerin für "hochaktuell" - und frei von Illusionen. Erzählt wird die Geschichte der Architektin Atara, die nach dem Tod des Vaters von dessen erster Liebe etwas über die gemeinsame Zeit der beiden im Untergrund erfahren will: Ataras Vater war - wie auch Shalevs Vater - Mitglied der "Lechi", einer zionistisch militärischen Untergrundorganisation in Palästina, deren terroristische Anschläge sich gegen die britische Mandatsherrschaft über Palästina richteten, informiert die Rezensentin. Allein wie Shalev in ihrem neuen Roman die Ereignisse der Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft, ringt Encke größte Anerkennung ab. Vor allem aber staunt sie über den neuen Ton der Autorin, die hier nicht mehr in langen "Kaskadensätzen" subjektives Empfinden schildert, sondern vielmehr knapp skizziert.
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