Der Einstieg in das Buch gelang mir ganz leicht, wobei ich mir vorstellen kann, dass es für andere vielleicht schwieriger ist. Aza konfrontiert den Leser schon gleich zu Beginn mit ihren immer kreisenden Gedanken und Ängsten. Das mag für jemanden, der das nicht kennt etwas verwirrend und seltsam,
vermutlich auch eher anstrengend sein so eine Protagonistin zu begleiten - für mich war es, als hätte…mehrDer Einstieg in das Buch gelang mir ganz leicht, wobei ich mir vorstellen kann, dass es für andere vielleicht schwieriger ist. Aza konfrontiert den Leser schon gleich zu Beginn mit ihren immer kreisenden Gedanken und Ängsten. Das mag für jemanden, der das nicht kennt etwas verwirrend und seltsam, vermutlich auch eher anstrengend sein so eine Protagonistin zu begleiten - für mich war es, als hätte ich endlich jemanden gefunden, der mich versteht.
Das Buch hat mich völlig mitgenommen, positiv als auch negativ. Es gibt eine Sache, die ich bei so einem Buch wichtig finde es wäre gut vorweg eine Triggerwarnung für Menschen mit einer Angststörung zu schreiben. Ich habe wie Aza, unter anderem, Angst vor Krankheiten und Bakterien.
Davon aber mal abgesehen ist dieses Buch in meinen Augen ein Meisterwerk. John Green schafft es die Krankheit und Azas Leben so detailliert zu beschreiben, dass ich denke, dass jeder, der sich dem Thema etwas öffnen kann, vielleicht so zu mehr Verständnis kommen wird.
Doch das Buch ist nicht nur ein Buch über ein Mädchen mit einer Angststörung, es ist soviel mehr. Es ist natürlich auch ein Buch über Freundschaft, über die erste Liebe, über andere Probleme im Leben und über Verlust. Darüber, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat und wir manchmal nicht wirklich helfen können, außer da zu sein.
John Green schreibt mit einer Mischung aus Intelligenz, Poesie, Wissen und der Lockerheit der Jugendlichen. Das macht das Buch so großartig und die Seiten flogen beim Lesen nur so vorbei. Das Buch war flüssig geschrieben und für mich an jeder Stelle spannend. Obwohl es auch ruhigere Passagen gab, war ich nie gelangweilt und der Autor schaffte es sogar mich zu überraschen und unvorhergesehene Wendungen einzubringen.
Er schafft es außerdem, die Krankheit so genau zu beschreiben, dass ich erstmal recherchieren musste und meine Vermutung wurde bestätigt, er litt selbst an einer Angststörung.
Ich habe jetzt in einigen Rezensionen gelesen, dass Aza als Protagonistin anstrengend oder gar nervig wäre. Ich kann das einerseits wirklich gut verstehen, das wird sogar im Buch selbst als Thema angesprochen, dass Aza anstrengend ist. Andererseits kann Aza da nichts für, sie leidet an einer Krankheit, die sie dazu zwingt so zu denken und zu handeln. Viele Menschen können sich da nicht reinversetzen und auch wenn sie es wissen oder glauben zu verstehen, tun sie es nicht.
Mir gefällt an dem Buch auch, die Balance zwischen den krankhaften Gedanken und dem normalen Leben, denn so ist es auch in Wirklichkeit. Manche Tage sind ganz normal und dann ist da plötzlich einer dieser Gedanken und dann werden es immer mehr. Manchmal reicht eine feine Änderung im Leben, die die Krankheit plötzlich wieder stärker macht.
Das Ende ist in meinen Augen sehr gelungen, da es kein übertriebenes Happy End gibt, wo Aza plötzlich geheilt wäre. Denn das ist die bittere Wahrheit, sowas ist zwar behandelbar, man lernt damit umzugehen und besser zu reagieren, aber es verschwindet nie.
Aza ist mir so unglaublich ans Herz gewachsen, weil sie mir das Gefühl gab nicht mehr allein zu sein mit all dem, was ich manchmal fühle. Auch wenn ihre Angststörung etwas anders ist als meine, so war es, als hätte ich eine Seelenverwandte getroffen.
Ich wünschte, ich könnte John Green treffen und ihn für dieses Buch drücken, denn er bringt etwas, das von kaum jemandem verstanden wird, so perfekt getroffen und trotzdem spannend geschrieben jedem Leser näher.
FAZIT:
Lieber John Green, danke für dieses großartige Buch, dass mich so sehr berührt hat und mir das Gefühl gegeben hat, nicht mehr allein zu sein. Danke, dass du über so ein sensibles Thema schreibt, über das viel zu wenig gesprochen wird. Danke, dass du es geschafft hat es trotzdem manchmal witzig, manchmal traurig, spannend und lesetauglich rüberzubringen.
Lest es unbedingt, denn es ist so viel mehr, als nur eine dieser Geschichten.