20,00 €
inkl. MwSt.
Versandkostenfrei*
Versandfertig in 6-10 Tagen
payback
0 °P sammeln
  • Broschiertes Buch

'Westsplaining' kann als ein Verhalten verstanden werden, bei dem Personen aus westlichen Ländern Personen aus nicht-westlichen Ländern in "herablassend-paternalistischer Einstellung" (Szcepan Twardoch) erklären, wie ihre eigenen Gesellschaften und Kulturen 'richtig' zu verstehen oder ihre Probleme zu lösen seien. Das Phänomen steht damit in der Tradition jener imperialistisch-kolonialen Denkweise, in der ein sich ökonomisch, politisch und kulturell überlegen fühlender Westen als unhinterfragter Maßstab für Fortschritt und Zivilisation gilt. In dieser Tradition wurden und werden die…mehr

Produktbeschreibung
'Westsplaining' kann als ein Verhalten verstanden werden, bei dem Personen aus westlichen Ländern Personen aus nicht-westlichen Ländern in "herablassend-paternalistischer Einstellung" (Szcepan Twardoch) erklären, wie ihre eigenen Gesellschaften und Kulturen 'richtig' zu verstehen oder ihre Probleme zu lösen seien. Das Phänomen steht damit in der Tradition jener imperialistisch-kolonialen Denkweise, in der ein sich ökonomisch, politisch und kulturell überlegen fühlender Westen als unhinterfragter Maßstab für Fortschritt und Zivilisation gilt. In dieser Tradition wurden und werden die fundamental anderen, direkteren und intensiveren Erfahrungen der Ost(mittel)- und Südosteuropäer ebenso ignoriert und als irrelevant erachtet wie deren eigene Perspektiven. Welch fatale Konsequenzen ein solch projektives Paradigma zeitigen kann, zeigt sich aktuell vor allem in den mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verbundenen Diskursen und Debatten, aber nicht nur dort. Das vorliegende Heft der "Schnittstelle Germanistik" geht der langen Geschichte und den vielfältigen Ausprägungen von Westsplaining bis in die unmittelbare Gegenwart nach und bezieht dabei politische, akademische und (inter)kulturelle Debatten ebenso mit ein wie neueste literarische Versuche, Aspekte des Phänomens differenziert auszuloten.