Schwebende Verfahren: Jedes Vorkommnis im Kleinen wie im Großen, die Begebenheiten in unserer je eigenen Biografie ebenso wie die Veränderungen in unserer Umgebung, unserem Land und in der Welt, treiben jenes Prinzip des offenen Ausgangs auf die Spitze. Dürfen wir rückblickend von unwandelbar gesicherten Tatsa-chen sprechen, wenn wir bedenken, dass, dem Sprichwort gemäß, nichts beständig ist außer dem Wandel, weil immer "alles fließt" (Heraklit)? Dass wir etwas für wert erachten, als "historisch" festgehalten und aufgezeichnet zu werden, wurzelt in unserem momentanen Blickwinkel auf die Dinge…mehr
Schwebende Verfahren: Jedes Vorkommnis im Kleinen wie im Großen, die Begebenheiten in unserer je eigenen Biografie ebenso wie die Veränderungen in unserer Umgebung, unserem Land und in der Welt, treiben jenes Prinzip des offenen Ausgangs auf die Spitze. Dürfen wir rückblickend von unwandelbar gesicherten Tatsa-chen sprechen, wenn wir bedenken, dass, dem Sprichwort gemäß, nichts beständig ist außer dem Wandel, weil immer "alles fließt" (Heraklit)? Dass wir etwas für wert erachten, als "historisch" festgehalten und aufgezeichnet zu werden, wurzelt in unserem momentanen Blickwinkel auf die Dinge und ihrer von Fall zu Fall, von Mensch zu Mensch schwankenden Wahrnehmung. Unsere Konstruktionen von Welt- und Zeitgeschehen entspringen kollektiven Deutungen, auf die sich mehr oder weniger Menschen einer Epoche zeitweilig geeinigt haben und denen stets widersprochen werden kann und wird. Denn "jedes Zeitalter, wenn es neue Ideen bekömmt, bekömmt auch neue Augen" (Heinrich Heine). Nicht nur, aber vor allem auch davon berichten die vierzehn langen und kurzen Texte dieses Buchs: Was wir erleben, erfahren und erlernen, was wir an angeblichen Fakten sammeln und sichten, ordnen und zu begreifen meinen, sind Etappen und vielleicht nur Augenblicke eines "schwebenden Verfahrens": eines Prozesses, den wir Geschichte nennen. Das abschließende Urteil steht aus und wird nicht von uns gesprochen werden.
Geboren 1959 in Hof. Studium (Literatur-, Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte) in Erlangen, Abschluss als Magister Artium. Fast 35 Jahre bei einer regionalen nordbayerischen Tageszeitung tätig, lange als verantwortlicher Kulturredakteur, zuletzt als Chefautor. Seit 2020 als erfahrener klassischer Feuilletonist alter Schule unter https://www.hochfranken-feuilleton.de Kulturberichterstattung im Internet. -Verheiratet, zwei erwachsene Töchter. Theodor-Wolff-Preis; Oberfränkischer Medienpreis (Sparte Print); Johann-Christian-Reinhart-Plakette für Verdienste um die Kultur der Stadt Hof. Bücher: Der Hungerturm, 13 Erzählungen, 2011/2020 Wir sind wie Stunden, 19 Essays, 2020 Verpestete Bücher, Elf literarische Epidemien und ein Epilog, 2021 Kaisers Bart, 13 Essays, 2022
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