Zwischen 1984 und 1989 sstanden SPD und SED in einem intensiven Dialog; 1987 wurden die Expertengespräche zu einer gemeinsamen Erklärung verdichtet. Wenn heute, nach anderthalb Jahrzehnten ein aktiver Teilnehmer aller Gespräche seine Aufzeichnungen veröffentlicht, dann aus der Überzeugung, dass der Disput ein Beispiel dafür bietet, wie man in einer gefahrvollen Situation aus gegensätzlichen Positionen heraus über äußerst diffizile Fragen miteinander nicht nur reden kann, sondern sollte.
Vor 15 Jahren, im August 1987, wurde das Abschlußdokument der Gespräche zwischen Vertretern der SED und der SPD veröffentlicht. Seit Februar 1984 hatte man in sieben Beratungen alle wichtigen existentiellen Fragen erörtert. Im April 1989 verabredete man sich erneut: im Jahre 1990 wollten sich beide Seiten zur Frage der Gesellschaftsstrategie verständigen ...
Nach dem Untergang der DDR mochte sich die SPD daran nicht mehr erinnern. Erich Hahn, prominenter Teilnehmer, erinnert sich an diese nicht protokollierten Gespräche. Er schreibt damit nicht nur gegen die Amnesie in der deutschen Politik an, sondern macht mit seinen Aufzeichnungen auch deutlich, auf welch hohem intellektuellen Niveau seinerzeit gesellschaftliche Fragen diskutiert wurden. Der Autor geht auch auf die Diskussion ein, die das Papier in der SED auslöste.
Vor 15 Jahren, im August 1987, wurde das Abschlußdokument der Gespräche zwischen Vertretern der SED und der SPD veröffentlicht. Seit Februar 1984 hatte man in sieben Beratungen alle wichtigen existentiellen Fragen erörtert. Im April 1989 verabredete man sich erneut: im Jahre 1990 wollten sich beide Seiten zur Frage der Gesellschaftsstrategie verständigen ...
Nach dem Untergang der DDR mochte sich die SPD daran nicht mehr erinnern. Erich Hahn, prominenter Teilnehmer, erinnert sich an diese nicht protokollierten Gespräche. Er schreibt damit nicht nur gegen die Amnesie in der deutschen Politik an, sondern macht mit seinen Aufzeichnungen auch deutlich, auf welch hohem intellektuellen Niveau seinerzeit gesellschaftliche Fragen diskutiert wurden. Der Autor geht auch auf die Diskussion ein, die das Papier in der SED auslöste.
Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension
Rezensent Christoph Dieckmann erklärt zu allererst, worum es geht. Als "SPD-SED-Papier" sei ein am 27. August 1987 von der SPD und der SED gemeinsam veröffentlichtes Manifest in die Geschichte eingegangen, in dem beide Parteien Kritik aneinander formuliert, sich aber "wechselseitig Existenzrecht zugesprochen" hätten. Zwei Bücher, so Dieckmann, sind nun zu diesem Thema erschienen, und sie "ergänzen sich" auf, wie er findet, "erfreuliche" Weise. In der Tat habe Rolf Reißig, der an vier der sieben "SPD-SED-Gespräche" teilgenommen habe, die Resonanzräume des Papiers rekonstruiert - in Kirchenkreisen und SED-Führung - sowie die darauffolgenden "Tauwetterzeichen". Erich Hahn dagegen, der bei allen Gesprächen anwesend war, verstehe sich als Zeitzeuge. Seine Mitschriften der "Grundsatzdebatten über Menschenrechte, Fortschrittsglauben und das Wesen von Geschichte" lesen sich für Dieckmann "so sperrig wie interessant".
© Perlentaucher Medien GmbH
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