Siemens - wie kein anderes steht dieses 155 Jahre alte Unternehmen für «Made in Germany». Allerdings stellten die Liberalisierungswelle, die Öffnung abgeschotteter Märkte und die Globalisierung der Kapitalmärkte die Spielregeln völlig auf den Kopf, die das Unternehmen einst perfekt beherrschte. Auch Siemens musste sich ändern. Aber wie? An Siemens manifestieren sich Zeiterscheinungen des Wirtschaftslebens genauso wie die Traditionen erfolgreichen Unternehmertums. Durch Interviews mit Chefs, Pförtnern, Maschinenbauern und Analysten ergründet die Autorin das Phänomen Siemens und seine Kultur.
Markenartikel
1847 gründeten Werner Siemens und Johann Georg Halske in Berlin die Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske. Ihr erstes Produkt war ein Zeigertelegraph. Bereits ein Jahr später wurde Europas erste Ferntelegraphenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main gelegt, zur Nationalversammlung in der Paulskirche. Siemens ist seit nunmehr 155 Jahren ein deutscher Markenartikel, vor allem im Bereich Elektrotechnik.
Riesentanker
Daniela Decurtins, eine Schweizer Wirtschaftsjournalistin, legt keine komplette Geschichte des Konzerns vor. Am Beispiel von Lenkern, Mitarbeitern und Analysten beschreibt sie vielmehr die Kultur eines Unternehmens, das durch Kriege gebeutelt und durch Zukäufe und Fusionen nicht immer gestärkt wurde, das sich aber trotz aller Widrigkeiten zu einem "Global Player" entwickelt hat, der weltweit etwa 500.000 Mitarbeiter beschäftigt. In Deutschland (in Berlin, Erlangen und anderen Orten) gehört Siemens trotz massiven Stellenabbaus noch immer zu den größten Arbeitgebern. Die Produktpalette ist gewaltig: von Glühbirnen und Waschmaschinen bis zu Turbinen, Computern und Handys. Nicht zuletzt das breite Spektrum macht es allerdings für das Management auch zu einer ganz besonderen Herausforderung, diesen "Tanker" zu steuern.
Rekordverlust
Der Kauf des Computerherstellers Nixdorf war ein finanzielles Debakel. Das Halbleitergeschäft lief anfangs prächtig, endete aber mit der Schließung eines neuen Werkes in England und mit einem Rekordverlust. Es wurde als "Infineon" an den Kapitalmarkt gebracht, ebenso wie das Röhrengeschäft unter dem Namen Epcos. Die Sorgen reißen nicht ab: Das Netzwerkgeschäft ist schwierig und teuer wegen der gigantischen Kosten bei der UMTS-Versteigerung, zudem wurde eine Lücke in der Pensionskasse entdeckt... So glorreich die Historie des Konzerns auch sein mag: Eine rosige Zukunft garantiert sie keineswegs.
(Roland Große Holtforth, literaturtest.de)
1847 gründeten Werner Siemens und Johann Georg Halske in Berlin die Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske. Ihr erstes Produkt war ein Zeigertelegraph. Bereits ein Jahr später wurde Europas erste Ferntelegraphenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main gelegt, zur Nationalversammlung in der Paulskirche. Siemens ist seit nunmehr 155 Jahren ein deutscher Markenartikel, vor allem im Bereich Elektrotechnik.
Riesentanker
Daniela Decurtins, eine Schweizer Wirtschaftsjournalistin, legt keine komplette Geschichte des Konzerns vor. Am Beispiel von Lenkern, Mitarbeitern und Analysten beschreibt sie vielmehr die Kultur eines Unternehmens, das durch Kriege gebeutelt und durch Zukäufe und Fusionen nicht immer gestärkt wurde, das sich aber trotz aller Widrigkeiten zu einem "Global Player" entwickelt hat, der weltweit etwa 500.000 Mitarbeiter beschäftigt. In Deutschland (in Berlin, Erlangen und anderen Orten) gehört Siemens trotz massiven Stellenabbaus noch immer zu den größten Arbeitgebern. Die Produktpalette ist gewaltig: von Glühbirnen und Waschmaschinen bis zu Turbinen, Computern und Handys. Nicht zuletzt das breite Spektrum macht es allerdings für das Management auch zu einer ganz besonderen Herausforderung, diesen "Tanker" zu steuern.
Rekordverlust
Der Kauf des Computerherstellers Nixdorf war ein finanzielles Debakel. Das Halbleitergeschäft lief anfangs prächtig, endete aber mit der Schließung eines neuen Werkes in England und mit einem Rekordverlust. Es wurde als "Infineon" an den Kapitalmarkt gebracht, ebenso wie das Röhrengeschäft unter dem Namen Epcos. Die Sorgen reißen nicht ab: Das Netzwerkgeschäft ist schwierig und teuer wegen der gigantischen Kosten bei der UMTS-Versteigerung, zudem wurde eine Lücke in der Pensionskasse entdeckt... So glorreich die Historie des Konzerns auch sein mag: Eine rosige Zukunft garantiert sie keineswegs.
(Roland Große Holtforth, literaturtest.de)
